Internationale Fluggesellschaften haben eine Vereinbarung mit dem französisch-amerikanischen Triebwerkshersteller CFM International verlängert. Das Abkommen soll Wettbewerb bei Triebwerkswartung und Reparaturen garantieren, wie der Luftfahrtverband IATA mitteilte.
Die Laufzeit eines früheren siebenjährigen Abkommens wurde verdoppelt. Die Verlängerung gilt bis Februar 2033.
IATA-Generaldirektor Willie Walsh erklärte, das Abkommen biete Entlastung von anhaltenden Problemen in der Luftfahrt-Lieferkette. Es helfe den Airlines, die Nachfrage der Verbraucher zu erfüllen.
Marktdominanz und Wettbewerbsfragen
Walsh verwies auf langjährige Schwierigkeiten mit Geschäftspraktiken der Hersteller im Ersatzteilgeschäft. Diese hätten den Wettbewerb eingeschränkt und zu hohen Kosten für Fluggesellschaften geführt. Der Druck habe sich durch begrenzte Wartungskapazitäten und Engpässe in der Lieferkette verschärft.
CFM erklärte sich zu einem wettbewerbsfähigen Ersatzteilmarkt verpflichtet. Präsident Gael Meheust betonte, trotz der Herausforderungen der vergangenen Jahre stünden Kunden im Mittelpunkt.
CFM gehört GE Aerospace und der französischen Safran. Der Konzern ist nach verkauften Einheiten der weltweit größte Triebwerkshersteller. Seine Triebwerke treiben alle Boeing 737 an. Bei der Airbus-A320-Familie konkurriert CFM mit "Pratt & Whitney."
Versorgungsengpass belastet Branche
Die weltweite Triebwerksindustrie erlebt einen historischen Versorgungsengpass. Ursachen sind Arbeitskräftemangel, Produktionsprobleme und stärkerer Verschleiß neuerer Triebwerke. Dies führte zu Überlastung der Wartungsanlagen.
Die IATA bezifferte im vergangenen Jahr die Mehrkosten ihrer Mitglieder auf geschätzte 3,1 Milliarden Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) für zusätzliche Wartung. Weitere 2,6 Milliarden Dollar entfielen auf das Leasing zusätzlicher Ersatztriebwerke für 2025.
Die Triebwerkskrise stört den Flugbetrieb weltweit. Fluggesellschaften haben Schwierigkeiten, die Passagiernachfrage zu erfüllen. Zudem bleiben versprochene Treibstoffeinsparungen von 15 Prozent durch neue Flugzeuge aus.
Dies provozierte einen Verteilungskampf um Teile. Reparaturwerkstätten benötigen diese für bestehende Flotten. Flugzeughersteller brauchen mehr Triebwerke für ihre Montagelinien.
CFM musste 2024 Lieferungen zwischen Ersatzteilmarkt und Neuflugzeugproduktion aufteilen. Spannungen in der Branche eskalierten vergangene Woche. Airbus stellte die Produktionspläne von "Pratt & Whitney" infrage. Der Triebwerkshersteller lehnte eine Stellungnahme ab.