Französische Fluglotsen haben am Donnerstag einen zweitägigen Streik für bessere Arbeitsbedingungen begonnen und damit den Luftverkehr zu Beginn der Sommersaison erheblich gestört. Die irische Billig-Airline Ryanair hat 170 Flüge gestrichen. Betroffen seien mehr als 30.000 Passagiere, teilte die Fluggesellschaft mit.
Neben der Streichung von Flügen von und nach Frankreich werde dieser Streik zu Beginn der Sommerferien in Europa auch alle französischen Überflüge betreffen. Passagiere, die den französischen Luftraum von Großbritannien nach Griechenland und von Spanien nach Irland überfliegen, seien ebenfalls betroffen.
Ryanair-Chef Michael O'Leary forderte daher die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, auf, dringend Maßnahmen zur Reform der Fluglotsendienste der Europäischen Union zu ergreifen.
Die französische Luftfahrtbehörde DGAC hatte am Mittwoch mehrere Fluggesellschaften aufgefordert, ihre Flüge an den Pariser Flughäfen am 4. Juli aufgrund des geplanten Streiks um 40 Prozent zu reduzieren. Betroffen ist auch der Pariser Flughafen Roissy Charles de Gaulle, einer der verkehrsreichsten Airports Europas.
Air France, die größte französische Fluggesellschaft, teilte mit, den Flugplan angepasst zu haben, ohne Details zu nennen. Langstreckenflüge würden jedoch aufrechterhalten. Luxair warnte vor "zusätzlichen Verspätungen und Flugplanänderungen auch an anderen Zielen, da Luftverkehrsumleitungen und Kapazitätsengpässe Auswirkungen auf das gesamte Netzwerk haben können".
"Gewerkschaftsforderungen inakzeptabel"
Die zweitgrößte französische Fluglotsengewerkschaft UNSA-ICNA begründete den Streik mit anhaltendem Personalmangel, veralteter Ausrüstung und einer toxischen Führungskultur.
"Die DGAC versäumt es, die für Fluglotsen wichtigen Instrumente zu modernisieren, obwohl sie weiterhin verspricht, dass alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden", erklärte die Gewerkschaft. Die Systeme stünden vor dem Zusammenbruch, und die Luftfahrtbehörde verlange ständig mehr von ihren Mitarbeitern, um ihre eigenen Schwierigkeiten zu kompensieren.
Verkehrsminister Philippe Tabarot bezeichnete die Gewerkschaftsforderungen als inakzeptabel.