Emirates strebt eine Verbindung zum Flughafen Berlin-Brandenburg an. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf drei Quellen berichtet, befasst sich die Bundesregierung mit neuen Landerechten für die Airline aus Dubai. Das Bundesverkehrsministerium erklärte auf Anfrage, es liege keine Entscheidung vor.
Emirates fliegt derzeit nach Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg. Das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten erlaubt vier Ziele. Für eine zusätzliche Berlin-Verbindung müsste das Abkommen erweitert werden. Alternativ könnte Emirates eines der bestehenden Ziele aufgeben.
Emirates erklärte auf Anfrage von airliners.de, Berlin sei ein "vielversprechender interkontinentaler Markt". Die Airline würde "so bald wie möglich Flüge zum Flughafen Berlin-Brandenburg aufnehmen", wenn dies zusätzlich zu den vier deutschen Zielen möglich wäre. Der Flugbetrieb würde nach Unternehmensangaben ausländische Touristen anziehen und Geschäftsreisenden mehr Flexibilität bieten.
Die Golf-Airline dementiert damit die Berichterstattung nicht direkt. Ein Sprecher fügte gegenüber airliners.de an: "Nach fast 40 Jahren Flugbetrieb von Emirates in Deutschland besteht nun eine Chance, zusätzliche Langstreckenverbindungen anbieten zu können, damit Berlin-Brandenburg bedeutende wirtschaftliche Chancen und Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen nutzen kann."
Ostdeutsche Länder befürworten Berlin-Verbindung
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wandten sich laut "Bild" in einem Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz. Sie erhalten Unterstützung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Die Länderchefs verweisen auf unterschiedliche Langstreckenanbindungen. An westdeutschen Flughäfen starten täglich mehr als 170 Langstreckenflüge, im Osten fünf. Die Regierungschefs von Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen forderten in einem separaten Brief eine bessere internationale Anbindung.
Berlin verlor nach der Insolvenz von Air Berlin 2017 seine direkte Anbindung an mehrere internationale Drehkreuze. Mit der Aufnahme von Condor-Flügen nach Abu Dhabi im Sommer 2026 entsteht wieder eine Verbindung zum Golf-Drehkreuz. Bereits zuvor hatte Condor ein Abkommen mit Emirates geschlossen – ein Codeshare auf der Berlin-Dubai-Verbindung fehlt jedoch bis heute.
Hessen und Bayern gegen zusätzliche Rechte
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lehnen zusätzliche Landerechte ab. In einem Schreiben von Anfang Oktober an Kanzler Merz warnten sie vor einer Schwächung der Drehkreuze Frankfurt und München. Neue Landerechte würden die Position der Luftverkehrsknotenpunkte beeinträchtigen.
Der Flughafen Stuttgart bewirbt sich ebenfalls um Emirates-Landerechte. Der CDU-Verkehrspolitiker Michael Donth schrieb dem Bericht zufolge an Verkehrsminister Patrick Schnieder. Stuttgart sei in der vergangenen Legislatur Vorrang eingeräumt worden.
Laut "Bild" bezeichnete Emirates den Flughafen Stuttgart in einem Brief vom Juli als "strategisch wichtiges potenzielles Ziel". Ein Flughafen-Sprecher forderte die Erteilung der Landerechte für Stuttgart. Emirates beziffert das Potenzial einer Berlin-Verbindung auf 140.000 zusätzliche Fluggäste pro Jahr.
Auch andere Golf-Airlines wie Qatar Airways streben eine Expansion in Deutschland an. Qatar Airways darf derweil unbegrenzt häufig nach Deutschland fliegen.