Deutschland will zusammen mit Österreich und Luxemburg den Markthochlauf von erneuerbarem, strombasiertem Kerosin für die Luftfahrt in Europa beschleunigen.
Deutschland stellt dafür bis zu zwei Milliarden Euro bereit, Österreich und Luxemburg kommen je für bis zu 60 Millionen Euro auf, wie das Bundesverkehrsministerium am Montag mitteilte.
Dabei bringen die drei Länder eine staatlich geförderte Auktion auf den Weg, die Produzenten und Abnehmer vom sogenannten eSAF (electricity-based Sustainable Aviation Fuel, oft auch PTL genannt: Power to Liquid) zusammenbringen soll. "Wo zwischen beiden Seiten noch eine Preislücke besteht, setzt die staatliche Förderung an." Die EU-Kommission muss hier noch grünes Licht für die Beihilfe geben.
Alternativen für Kerosin sind derzeit noch teuer und damit für Produzenten wegen des hohen Investitionsaufwands wenig lukrativ. Das synthetische, strombasierte eSAF kostet etwa zehnmal so viel wie Kerosin und ist bisher nur im Rahmen von Pilotprojekten in winzigen Mengen vorhanden. Deshalb ruft die Branche nach Anschubhilfen des Staates.
Hohe Preise bremsen Produktion bislang
Das Verkehrsministerium verweist auf ein strukturelles Problem: Produzenten benötigten langfristige Abnahmeverträge, um Investitionsentscheidungen abzusichern. Abnehmer hingegen schlössen Verträge für Flugkraftstoffe meist über deutlich kürzere Zeiträume ab.
"Diese zeitliche und wirtschaftliche Lücke erschwert bislang den Bau neuer Produktionsanlagen", erklärte das Ministerium. Deshalb sollen nun in einem wettbewerblichen Verfahren auf der einen Seite Angebote von Produzenten von eSAF und auf der anderen Seite die Nachfrage von Abnehmern ermittelt werden. "Ein Intermediär gleicht die Differenz zwischen den Angebots- und Nachfragepreisen mit staatlichen Fördermitteln aus."
"Europa braucht bei eSAF nicht nur ambitionierte Ziele, sondern Investitionen in die industrielle Produktion", sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Zusammen mit Österreich und Luxemburg bündele man Fördermittel und schaffe damit bessere Bedingungen für Investitionsentscheidungen in eine Zukunftstechnologie. "Wenn wir jetzt investieren, können Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätze in Europa entstehen." Gleichzeitig stärke man die Unabhängigkeit bei Energie- und Lieferketten und mache die Luftfahrt Schritt für Schritt klimafreundlicher.
Der österreichische Mobilitätsminister Peter Hanke sprach von einem starken Signal. "Mit dem Markthochlauf von eSAF schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Luftfahrt ihre europäischen Vorgaben erfüllen und zugleich messbar CO₂ einsparen kann."