Tausende Airbus-Beschäftigte in Großbritannien werden ab dem kommenden Monat für zehn Tage in den Streik treten. Die Gewerkschaft Unite kündigte den Ausstand wegen unzureichender Lohnerhöhungen an. Betroffen sind mehr als 3000 Flugzeugmonteure und Ingenieure des europäischen Flugzeugherstellers.
90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder stimmten in einer Abstimmung für den Streik, wie Unite weiter mitteilte. Die ersten Streiktage sind für den 2. und 3. September sowie den 10. und 11. September geplant. Weitere Termine ab dem 15. September stehen noch nicht fest.
Der Ausstand könnte die Produktion von Tragflächen für kommerzielle und militärische Flugzeugprogramme von Airbus beeinträchtigen und Auslieferungen verzögern.
Airbus zeigte sich jedoch gelassen. "Wir sind derzeit nicht besorgt über Auswirkungen auf die Auslieferungen zum Jahresende", teilte das Unternehmen mit. Der Flugzeughersteller verwies auf ein "wettbewerbsfähiges und faires" Lohnangebot für 2025. In den vergangenen drei Jahren seien die Löhne bereits um mehr als 20 Prozent gestiegen. Zusätzlich hätten die Beschäftigten im April eine Bonuszahlung von 2644 Pfund (rund 3062 Euro) erhalten.
"Unsere Priorität bleibt es, gemeinsam mit der Gewerkschaft eine Lösung zu finden, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg von Airbus in Großbritannien sicherstellt", sagte Sue Partridge, Airbus-Landeschefin für Verkehrsflugzeuge in Großbritannien.
Unite begründete die Streikforderung mit der steigenden Inflation und den Lebenshaltungskosten. Britische Daten zeigten, dass die Inflation im Juli mit 3,8 Prozent den höchsten Stand seit 18 Monaten erreicht hatte.
"Airbus erwirtschaftet Gewinne in Milliardenhöhe. Die Arbeiter verdienen einen fairen Deal", sagte Sharon Graham, Generalsekretärin von Unite. "Unsere Mitglieder fordern lediglich Fairness, keine Gefälligkeiten."