Nach der endgültigen Bestätigung der Lufthansa-Beteiligung an Ita Airways, soll Air Dolomiti eine zentrale Rolle übernehmen. Das berichtete die italienische "Corriere della Sera".
Demnach soll Air Dolomiti das neue Drehkreuz der Lufthansa Group mit Zubringerflügen füttern. Details dazu lässt der Bericht jedoch aus. Es heißt lediglich, dass Air Dolomiti die Interkontinentalverbindungen von Ita ab Rom-Fiumicino füllen soll.
Unterstützung soll Air Dolomiti dabei von Skyalps erhalten. Dafür verhandle der Konzern aktuell über eine mögliche Partnerschaft. Die Regionalfluggesellschaft aus Südtirol soll ebenfalls das Drehkreuz in der italienischen Hauptstadt mit Zubringerflügen versorgen.
Sollte es zu einer Partnerschaft kommen, müsse Skyalps jedoch gewisse Lufthansa-Standards erfüllen. Dazu gehört unter anderem eine Iosa-Zertifizierung (Iata Operational Safety Audit).
Die Zubringer sollen dann mehrheitlich auch Langstrecken zu neuen Zielen füllen. Laut Zeitungsbericht prüft Ita Airways gemeinsam mit der Lufthansa Group neue Verbindungen nach Afrika und Südamerika. Ein mögliches neues Ziel könnte Bogota in Kolumbien sein, das die bisherigen Südamerika-Ziele Rio de Janeiro und Sao Paulo in Brasilien ergänzen könnte.
Gleichzeitig zeigt Lufthansa Interesse an einer Beteiligung an Tap Air Portugal. Beide Fluggesellschaften sind bereits über die Star Alliance partnerschaftlich verbunden. Die portugiesische Fluggesellschaft soll nun jedoch privatisiert werden. Tap Air Portugal fokussiert sich dabei unter anderem auf Langstrecken nach Brasilien. Ob Ita Airways das Programm ergänzen könnte oder sogar ein Ersatz geschaffen werden soll, ist unklar.
Beteiligung unter Bedingungen
Lufthansa hatte im Juli die kartellrechtliche Genehmigung der EU erhalten, 41 Prozent der staatlichen Ita, der Nachfolgegesellschaft der in Konkurs gegangenen Alitalia, für 325 Millionen Euro zu übernehmen. In einem zweiten Schritt will die Lufthansa, voraussichtlich in einigen Jahren, für rund 800 Millionen Euro weitere 49 Prozent an Ita kaufen.
Im ersten Schritt soll Ita Airways über Codeshare-Vereinbarungen in den Konzern integriert werden. Gleiches gilt auch für das Vielfliegerprogramm Volare von Ita Airways, welches in "Miles & More" der Lufthansa Group integiert werden soll, wie "Corriere della Sera" weiter berichtete
Die EU-Kommission hatte im Juni bereits grundsätzlich grünes Licht für den Einstieg gegeben. In diesem Rahmen müssen Lufthansa Group und Ita Airways mehr Flugverbindungen für die Konkurrenten Easyjet, International Airlines Group (IAG) und Air France-KLM in Rom-Fiumicino sowie Mailand-Linate freimachen, wie die Kommission mitteilte.