Die Vereinigung Cockpit (VC) zieht nach Sondierungsgesprächen am 23., 24. und 27. April eine negative Bilanz. Die Arbeitgeberseite sei an einer unabhängigen Schlichtung derzeit nicht interessiert, erklärte die Pilotengewerkschaft.
"Es wurde unmissverständlich klargestellt, dass ein Schlichtungsergebnis auf keinen Fall ein Plus für die Pilotinnen und Piloten der einzelnen Flugbetriebe beinhalten dürfe", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Damit werde der Grundgedanke einer Schlichtung – ein ausgewogener Interessenausgleich durch eine neutrale Instanz – von vornherein negiert.
Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite vor, umfassende Zugeständnisse der Piloten zu verlangen, ohne selbst Zusagen zu machen.
Konkrete Antworten auf die Frage nach Absicherungen für Vorleistungen seien ausgeblieben. Die VC habe in den Gesprächen bereits Kompromissbereitschaft signalisiert, darunter die Einbeziehung zusätzlicher Tarifthemen in ein Schlichtungsverfahren.
Die Schlichtungsgespräche fanden nach einer intensiven Streikwoche statt. Piloten der Lufthansa hatten in der Vorwoche an vier Tagen die Arbeit niedergelegt, bestreikt wurden die Kernmarke Lufthansa, Cityline und Lufthansa Cargo. An zwei Tagen wurde auch bei Eurowings gestreikt. Die VC fordert im Tarifstreit Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten.
Die VC bleibt nach eigenen Angaben offen für eine Schlichtung in den Flugbetrieben Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und Eurowings. Voraussetzung sei jedoch ein Verfahren mit einem neutralen Dritten, dessen Ergebnis für beide Seiten tragbar sei.