Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) will zwei Fluglotsen vom Flughafen LaGuardia in New York entlassen. Die beiden sollen ihren Dienst vorzeitig verlassen haben, kurz bevor am Flughafen Ende März ein Flugzeug der Air Canada mit einem Feuerwehrfahrzeug kollidierte.
Bei dem Unfall kamen beide Piloten ums Leben.
Nach Angaben von mit dem Fall vertrauten Personen waren die beiden FAA-Mitarbeiter zum Unfallzeitpunkt eigentlich im Dienst, hatten die Einrichtung jedoch bereits verlassen.
Die Gewerkschaft der US-Fluglotsen, National Air Traffic Controllers Association (NATCA), erklärte, sie stehe dazu in einem aktiven Austausch mit der Führung der FAA. Weitere Angaben lehnte sie ab. Die FAA selbst teilte mit: "Wir sind entschlossen, Mitarbeiter zur Verantwortung zu ziehen, und wir werden weder die Sicherheit noch die Effizienz des nationalen Luftraumsystems gefährden."
US-Verkehrsminister Sean Duffy sagte, die meisten Fluglotsen leisteten gute Arbeit. "Aber wenn ein kleiner Teil der Beschäftigten den amerikanischen Steuerzahler ausnutzt, den übrigen Fluglotsen unfair zusätzliche Arbeit aufbürdet und den Luftraum beeinträchtigt, bleibt uns keine andere Wahl, als zu handeln", sagte Duffy. "Wir werden Betrug nicht tolerieren und ergreifen angemessene Maßnahmen, um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen und zu verhindern, dass unrechtmäßige Praktiken die Reisenden beeinträchtigen."
Unfall Ende März sorgte für Aufsehen
Der Vorfall hatte die chronischen Personalengpässe und Arbeitspraktiken in der US-Flugsicherung erneut in den Fokus gerückt. Ermittler prüfen, ob am Unfalltag eine ausreichende Personalbesetzung vorhanden war.
Mehrere Fluglotsen schilderten die Arbeitsbelastung in jener Nacht als hoch. Üblicherweise würden bei einem höheren Flugaufkommen als geplant zusätzliche Kollegen hinzugezogen oder bestehende Schichten über das reguläre Ende hinaus verlängert, sagten sie.
Ein Fluglotse sagte, die FAA gehe landesweit verstärkt gegen Mitarbeiter vor, die sich am Ende ihrer Schicht in die Pause verabschiedeten und nicht zurückkehrten. Ein weiterer Fluglotse sprach von einem schärferen Vorgehen gegen sogenannte "early shoves" – ein Begriff der Branche für Mitarbeiter, die ihre Schicht vorzeitig beenden, nachdem sie ihre zugewiesenen Aufgaben erledigt haben. Ein dritter Fluglotse sagte, das Verlassen des Dienstes kurz vor dem regulären Schichtende sei an vielen Standorten seit Jahren gängige Praxis gewesen.
Zuvor hatte das "Wall Street Journal" über die geplanten Entlassungen berichtet.