Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat einen Dreijahresplan zur Behebung des Fluglotsen-Personalmangels vorgelegt. Für die Haushaltsjahre 2026 bis 2028 plant die Behörde die Einstellung von 2200, 2300 beziehungsweise 2400 neuen Fluglotsen. Der Gesamtbedarf für 2026 wird auf etwa 12.560 zertifizierte Lotsen beziffert.
Der neue Zielwert ersetzt "Avweb"-Angaben zufolge einen früheren Wert von rund 14.630 Lotsen, der 2023 gemeinsam von FAA und der Fluglotsengewerkschaft NATCA entwickelt worden war. Das entspricht einem Rückgang von rund 2.000 Stellen.
Derzeit sind rund 11.000 voll zertifizierte Fluglotsen im Einsatz, weitere 4000 befinden sich in der Ausbildung.
Rund 400 pensionsberechtigte Lotsen wurden 2025 durch Halteprämien im Dienst gehalten. Unter dem Strich ergibt sich ein Netto-Personalzuwachs von 568 Stellen, so die Behörde.
Überstunden auf Rekordniveau
Die FAA räumt strukturelle Schwächen beim Personaleinsatz ein. Die Überstundenkosten stiegen von 64 Millionen Dollar im Jahr 2008 auf 259 Millionen Dollar im Haushaltsjahr 2025 – der höchste jemals verzeichnete Wert.
Die FAA begründet dies mit veralteten, manuellen Schichtplanungssystemen. Automatisierte Planungstools sollen künftig die aktive Dienstzeit auf über fünf Stunden pro Schicht erhöhen, was den rechnerischen Personalbedarf erheblich senken würde.
Ausbildung und Systemmodernisierung
Die Ausbildungskapazität bleibt das zentrale Nadelöhr. Die FAA will die Akademie voll auslasten und Simulationstechnik an 117 Standorten einführen. Partnerschaften mit Hochschulen sollen den Zugang zur Ausbildung erweitern.
Für die drei Planjahre erwartet die Behörde insgesamt 5307 Personalabgänge – überwiegend durch Ausbildungsabbrüche und Rentenabgänger.
Parallel plant die FAA den Ersatz veralteter analoger Infrastruktur durch das neue volldigitale Netzwerksystem BNATCS. Neue Automatisierungswerkzeuge sowie KI-gestützte Verkehrsmanagementlösungen sollen die Arbeitsbelastung der Lotsen senken und die Systemsicherheit erhöhen.
Die Fluglotsengewerkschaft NATCA erklärte gegenüber dem Fachmagazin "Flying", dass sie an der Erstellung des neuen Plans nicht beteiligt worden sei. Der frühere Zielwert von 14.630 Lotsen war 2023 noch gemeinsam von FAA und NATCA erarbeitet worden.