Die Bundesregierung hat sich weitgehend auf ihre Reaktion auf den Vorfall mit der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle verständigt. "Wir sind dabei, die Ermittlungen abzuschließen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im ARD-"Sommerinterview".
"Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren, und das werden wir in den nächsten Tagen auch klar zum Ausdruck bringen", sagte Merz weiter.
Merz äußerte sich im "ARD"-Interview erneut nicht dazu, ob die Bundesregierung Russland hinter dem Vorfall sieht. Er hatte zuletzt mehrfach gesagt, die Zuweisung der Verantwortung werde in den kommenden Tagen erfolgen, ebenso die entsprechende Reaktion. "Es wird nicht mehr lange dauern", sagte der Kanzler.
Am Wochenende hatten die "Welt am Sonntag" und das Portal "Politico" berichtet, die Bundesregierung mache Russland für den Drohnenvorfall verantwortlich und bereite eine harte Reaktion vor. Demnach ist eine Kombination aus direkten Maßnahmen Deutschlands und neuen EU-Sanktionen geplant.
Abstimmung mit EU-Partnern und Nato
Auf die Frage, ob es eine rein deutsche Reaktion werde oder eine mit EU und Nato abgestimmte, sagte Merz: "Es wird eine Reaktion aus Deutschland sein, aber die Partner in der Europäischen Union und in der Nato werden davon nicht überrascht." Die Reaktion werde mit diesen Partnern in den kommenden Tagen final abgestimmt, sagte Merz.
Am Abend des 4. August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland. Medienberichten zufolge wurden in der Folge Hinweise auf weitere Drohnen entdeckt.