Italien hat den Ita-Airways-Datenraum erneut für Lufthansa geöffnet. Wie die italienische Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, will die neue Regierung in Rom die Mehrheit an der Airline nun so schnell wie möglich verkaufen.
Die Exklusivverhandlungen um eine Minderheitsbeteiligung an der staatlichen Alitalia-Nachfolgegesellschaft mit einem Konsortium um Air France/KLM und Delta Air Lines waren zuvor gescheitert.
Lufthansa hatte im ersten Bieterverfahren zusammen mit der Reederei MSC eine Interessensbekundung für den Kauf von 80 Prozent der Ita abgegeben. Auf Lufthansa wären dabei 20 Prozent entfallen.
MSC hat sich zwischenzeitlich aber distanziert, nun geht es der Zeitung zufolge um einen Verkauf an Lufthansa allein. Die Airline habe Interesse an 65 bis 70 Prozent der Anteile, der Rest verbleibe im Staatsbesitz. Lufthansa hatte stets betont, dass sie nur für eine echte Privatisierung zur Verfügung stehe.
Ita Airways verliert an Wert
Laut Bericht hat der Wert der Ita in den vergangenen Monaten weiter an Wert verloren. Die von Lufthansa angepeilte Mehrheitsübernahme werde nun auf einen Wert von rund 600 Millionen Euro geschätzt.
Früheren Medienberichten zufolge steht im neuen Verkaufspoker in Italien auch der Fonds Indigo Partners in den Startlöchern. Zu Indigo gehört in Europa unter anderem der Billigflieger Wizz Air.
Italien muss Ita Airways derweil mit weiteren Subventionen in Höhe von 400 Millionen Euro in der Luft halten. Der Betrag ist Teil der 1,35 Milliarden Euro, die die Europäische Kommission als öffentliche Investitionen für den Alitalia-Nachfolger bewilligt hatte. 700 Millionen Euro waren bereits im Jahr 2021 ausgezahlt worden.