Vier Airbus A321-Frachter von Lufthansa Cargo stehen seit Mitte April ohne Betreiber am Boden. Mit der abrupten Einstellung von Lufthansa Cityline am 18. April verlor der Konzern auch den Wetlease-Betreiber für seine Kurzstreckenfrachter.
Doch während der Konzern den Wegfall der Cityline-Passagierdienste durch Sonderflugplanungen schnell kompensieren konnte, ist eine Nachfolgelösung für den europäischen Frachtbetrieb der Cityline bislang nicht in Sicht.
Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr dämpfte nun bei einem Pressegespräch am 6. Mai die Erwartungen an eine rasche Lösung.
Lufthansa Cargo arbeite zwar daran, mögliche Ersatzbetreiber zu finden, "aber das hat jetzt nicht oberste Priorität", so Spohr. Die Mittelstreckenfrachter hätten "nicht die profitabelsten Routen bedient", sagte Spohr. Daher bestehe "keine Hektik, eine Nachfolgelösung zu finden."
Lufthansa Cargo selbst scheidet als Betreiber aus: Eine Flotte von nur vier Maschinen gilt als zu klein für einen wirtschaftlich eigenständigen Flugbetrieb.
Als mögliche Kandidaten aus dem Konzernverbund gelten Gesellschaften mit eigenem Cockpit-Personal für die Airbus-A320-Familie – etwa City Airlines, Brussels Airlines oder Discover. Auch eine externe Lösung wird laut Konzern geprüft.
Die vier Maschinen vom Typ Airbus A321 P2F (Passenger-to-Freighter) hatte Lufthansa Cityline im Auftrag von Lufthansa Cargo betrieben. Das europäische Frachtnetz war zuletzt auf 33 Verbindungen über die Drehkreuze Frankfurt und München angewachsen. Erst seit Februar hatten Rom und Algier das Streckenprogramm ergänzt.