Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle gibt es dort keine Besucherführungen mehr. Das teilt der Flughafen auf seiner Internetseite mit.
"Liebe Gäste, vor dem Hintergrund des aktuellen Vorfalls am Flughafen Leipzig/Halle und der weiterhin laufenden Untersuchungen haben wir uns entschieden, Besucherführungen vorsorglich vorübergehend auszusetzen. Wir bedauern sehr, dass gebuchte Touren daher derzeit nicht wie geplant stattfinden können", hieß es. Sobald Führungen wieder möglich seien, wolle der Flughafen darüber informieren.
In der vergangenen Woche hatte "Bild" berichtet, dass es unter anderem noch Nachttouren in den Sicherheitsbereich des Flughafens gebe.
Drohnenabwehr auf Besucherplattform
Zudem hieß es auf der Internetseite des Flughafens, die Aussichtsterrasse bleibe vorübergehend für den Besucherverkehr geschlossen. Ein Sprecher der Bundespolizei teilte der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ) mit: "Die Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei ist auf der Besucherplattform im Einsatz." Ob dort ein Radar zur Erkennung von Drohnen installiert wurde, wollte der Sprecher nicht bestätigen.
Die Polizei hat mit einem speziellen Radar einen Wachposten auf der Besucherplattform des alten Towers am Flughafen Leipzig/Halle bezogen. : Besucherplattform auf dem alten Tower am Flughafen Leipzig/Halle mit mehreren Personen, einem Zelt und technischer Ausrüstung. Die Szene ist bei klarem, sonnigem Wetter aufgenommen. © DPA / Hendrik Schmidt
Fotografen hatten am Wochenende beobachtet, dass Radartechnik auf der Besucherplattform auf dem alten Tower installiert wurde.
Aus einsatztaktischen Gründen würden keine Details zu der Anlage bekanntgegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Laut dem Nachrichtenportal "Tag24" handelt es sich bei der Installation um ein "EchoShield"-Radarsystem, das anfliegende Drohnen auf größere Distanzen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen kann.
Anfang August war auf dem Flughafen am späten Abend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Zudem war ein Flugzeug mit einem unbekannten Flugobjekt kollidiert. Dabei handele es sich möglicherweise um eine zweite Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.