Anwohner im Nordwesten des Frankfurter Flughafens müssen sich auf zusätzlichen Fluglärm einstellen. In einigen Orten südlich des größten deutschen Flughafens soll es hingegen leiser werden.
Die Betreibergesellschaft Fraport und die Deutsche Flugsicherung (DFS) haben ihr neues Betriebskonzept mit zusätzlichen Abflügen Richtung Taunus überarbeitet und der regionalen Fluglärmkommission vorgestellt. Das hessische Wirtschaftsministerium bestätigte die Konformität des Konzepts mit dem Planfeststellungsbeschluss.
Das Konzept sieht vor, Abflüge von der Centerbahn häufiger als bislang Richtung Taunus zu leiten. Betroffen sind Abflüge bei Westbetrieb, der in Frankfurt an rund 67 Prozent der Tage geflogen wird.
Neue Flugrouten werden nicht eingerichtet. Hintergrund ist das steigende Verkehrsaufkommen: Bis 2033 werden in Frankfurt 560.000 Starts und Landungen erwartet, nach rund 460.000 im vergangenen Jahr.
Doppelbelastung für Flörsheim und Eddersheim
Besonders betroffen sind die Orte Flörsheim und Eddersheim, die bereits bei Landungen in Betriebsrichtung Ost unter Lärmbelastung stehen. Die Kombination beider Belastungen hatte bei der ersten Vorstellung des Konzepts zu Kritik geführt.
Das überarbeitete Konzept enthält Entlastungsmaßnahmen: Starts vor 6:00 Uhr sollen im Nordwesten verboten sein, bis 7:00 Uhr sollen sie wann immer möglich vermieden werden.
Abflüge von der Centerbahn sollen nach Möglichkeit über die Südumfliegung geführt werden. Die Startbahn West bleibt mit rund zwei Dritteln aller Starts die meistgenutzte Abflugroute des Flughafens.
Zudem soll ein freiwilliges Schallschutzgebiet ausgewiesen und ein passiver Schallschutz über das gesetzliche Mindestmaß hinaus gewährt werden.
Anreize für den Einsatz leiserer Flugzeuge über Entgeltregelungen sind ebenfalls vorgesehen. Die Fluglärmkommission will das Konzept am 10. Juni beraten. Danach steht eine Überprüfung durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung an.