Viele Verbraucher warten noch auf die Erstattung der Flugkosten für Reisen, die sie wegen der Corona-Krise nicht antreten konnten. Doch die Rückerstattung läuft schleppend. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) geht es allein in Deutschland um Flugtickets im Wert von rund vier Milliarden Euro.
Diese Stornierungen würden aktuell von den Fluggesellschaften nicht bearbeitet und könnten damit auch nicht an die Kunden zurückgezahlt werden, sagte eine DRV-Sprecherin der "Bild"-Zeitung.
Situation für Reisebüros existenzbedrohend
Aber nicht nur die Reisenden warteten auf ihr Geld. "Die Folgen dieses Verhaltens der großen Fluggesellschaften sind für die für den Flugticketverkauf lizenzierten Vertriebspartner existenzbedrohend. Sie geraten in eine wirtschaftliche Notlage, weil die Fluggesellschaften ihrer Verpflichtung zur Rückzahlung nicht oder nur zögerlich nachkommen."
Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte sich vor gut einer Woche bei den Kunden entschuldigt, die ihr Geld für stornierte Tickets noch nicht zurück bekommen haben. Die Ressourcen seien deutlich erhöht worden, um die Abwicklung zu beschleunigen. So gebe es mehr Personal in den Call-Centern. In den nächsten sechs bis acht Wochen solle der Rückzahlungsstau abgearbeitet sein.
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Die Bundesregierung hatte zuletzt den Druck auf Fluggesellschaften erhöht, Tickets zu erstatten. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), kritisierte, dass die Rückerstattungen in Deutschland viel zu lange dauerten, während sie in anderen Ländern "oft problemlos" liefen. Allerdings hatte die Bundesregierung zunächst eine Gutscheinlösung befürwortet, die dann aber von der EU als nicht rechtmäßig kassiert wurde. Auch Verbraucherschützer üben Kritik an den Fluggesellschaften.