Die erste Phase des groß angelegten Programms zur Modernisierung der US-Flugsicherung kostet nach Angaben der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA deutlich mehr, als der US-Kongress bislang bewilligt hat. "Es kostet 16 Milliarden US-Dollar, die erste Phase umzusetzen", sagte FAA-Chef Bryan Bedford vor einem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Behörde finanziere die Differenz vorerst aus ihrem eigenen Budget für Anlagen und Ausrüstung.
Bedford forderte die Abgeordneten auf, für die zweite Programmphase mindestens zehn Milliarden US-Dollar zusätzlich zu bewilligen. "Die Behörde arbeitet daran, das im großen Maßstab umzusetzen und es richtig zu machen", sagte er.
Ein Bericht der US-Kontrollbehörde Government Accountability Office (GAO) kommt zu dem Schluss, die FAA habe die Gesamtkosten für den Betrieb des neuen Systems unterschätzt und keinen detaillierten Zeitplan für den Abschluss der Reformen vorgelegt.
Laut GAO umfasst die erste Phase mehr als 11.000 Einzelprojekte, für die die Behörde zuvor 10,6 Milliarden US-Dollar veranschlagt hatte. Bedford hatte bereits im vergangenen Jahr gesagt, er benötige 15 bis 16 Milliarden US-Dollar für die erste Phase, was die jetzige Finanzierungslücke erkläre.
Woher die Milliarden kommen sollen
Der US-Kongress hatte 2025 insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar für die Reform der Flugsicherung bewilligt, davon neun Milliarden US-Dollar für die technische Modernisierung und 3,5 Milliarden US-Dollar für den Bau von Anlagen. Die Mittel sollten das veraltete System erneuern und die Einstellung zusätzlicher Fluglotsen ermöglichen, nachdem es jahrelang Beschwerden über überlastete Flughäfen, Verspätungen und technische Störungen gegeben hatte.
Besonders deutlich zeigt sich die Kostensteigerung bei der Modernisierung der Telekommunikationstechnik. Der veranschlagte Preis kletterte laut GAO von 4,8 auf 5,9 Milliarden US-Dollar. Bedford sagte, die veralteten Kupferleitungen sollten bis September 2027 vollständig ersetzt sein.
Die FAA hatte im Dezember 2025 das Unternehmen Peraton, das zu Veritas Capital gehört, mit der Aufsicht über das Modernisierungsprogramm beauftragt. Der Auftrag hat ein Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar.