Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) benötigt nach Einschätzung des Rechnungshofs des US-Kongresses, Government Accountability Office (GAO), zusätzliches Geld vom Kongress, um die erste Phase ihres 10,6 Milliarden US-Dollar (rund 9,2 Milliarden Euro) teuren Reformplans für die Flugsicherung abzuschließen. Die Behörde habe zudem die Gesamtkosten für den Betrieb des neuen Systems unterschätzt, hieß es in einem Bericht der GAO.
Die FAA habe die Betriebskosten des neuen Systems nicht vollständig bewertet und auch keinen detaillierten Zeitplan für den Abschluss der Reformen aufgestellt, kritisierte die GAO. "Im Kern kauft sich die FAA Tempo bei der Umsetzung – auf Kosten von Kostenunsicherheit und möglichen Störungen", hieß es in dem Bericht. Diese Risiken erhöhten laut GAO die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Geschichte der Behörde wiederhole: Kostenüberschreitungen, Verzögerungen und verfehlte Leistungsziele.
Der Kongress hatte für die erste Phase der Flugsicherungsreform zuvor neun Milliarden US-Dollar bewilligt. Die FAA verwendet der GAO zufolge zusätzlich eine Milliarde US-Dollar aus ihrem laufenden Jahresbudget und benötigt weitere 574 Millionen US-Dollar. Die Kosten für die geplanten Telekommunikations-Modernisierungen seien von 4,75 Milliarden auf 5,91 Milliarden US-Dollar gestiegen, so die Behörde.
FAA-Chef Bryan Bedford soll am Dienstag vor dem Kongress zu dem Vorhaben sowie zu den Plänen aussagen, ein softwaregestütztes Programm einzuführen, das Flugverspätungen vermeiden soll.
Mehr als 11.000 Einzelprojekte
Die erste Phase des 10,6-Milliarden-Dollar-Reformplans umfasst laut GAO mehr als 11.000 Einzelprojekte. Die FAA erklärte in einem Schreiben an die GAO, sie setze auf bewährte Verfahren, um das Vorhaben zu überwachen, das nach eigener Einschätzung "weitgehend im Plan" liege – dies gelte für mehr als 95 Prozent der Einzelaufgaben.
Die bestehenden Flugsicherungssysteme der FAA seien "gravierend veraltet, leistungsschwach und nicht zukunftsfähig. Diese alternde und unzuverlässige Technik hat zu einer Zunahme von Vorfällen in der Luftfahrt beigetragen", erklärte die GAO. Das größte Risiko im gesamten Reformprogramm berge der Austausch der Sprechfunkanlagen an den Kontrolltürmen, begründet mit der Größe der betroffenen Standorte und des von ihnen kontrollierten Luftraums, dem Alter der bisherigen Technik sowie der Notwendigkeit, alte und neue Anlagen zeitweise parallel zu betreiben.
Die GAO verwies darauf, dass die FAA bereits 1982 ihren ersten umfassenden Plan zur Verbesserung der Flugsicherung vorgelegt habe und seither wiederholt von Kostenüberschreitungen und Verzögerungen bei zugleich begrenzten Ergebnissen betroffen gewesen sei.
Die FAA hatte im Dezember 2025 den zur Investmentgesellschaft Veritas Capital gehörenden Dienstleister Peraton mit der Aufsicht über die Modernisierung beauftragt. Der Auftrag hat ein Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar.