Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat mit den Vorstandsvorsitzenden großer US-Passagierfluggesellschaften beraten. Thema war der geplante Einsatz des Systems Strategic Management of Airspace, Routes, and Trajectories (Smart), das die Flugplanung verbessern soll. FAA-Administrator Bryan Bedford traf sich unter anderem mit den obersten Führungskräften von American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines und Southwest Airlines. Im Mittelpunkt stand der Plan, Smart noch im September einzuführen.
"Das wird transformativ sein", sagte Bedford Ende August gegenüber Journalisten. "Wir werden deutlich bessere Entscheidungen treffen, wenn wir dafür bessere Werkzeuge zur Verfügung haben." Das System arbeitet mit vorausschauender Datenanalyse. Zunächst soll es genutzt werden, um wetterbedingt annullierte Flüge effizienter neu zu planen.
Der Einsatz könnte später auf weitere Aufgaben ausgeweitet werden, etwa auf die strategische Abstimmung von Flugplänen und Flugrouten, bevor Maschinen abheben. Organisiert hatte das Treffen der Branchenverband Airlines for America. Der Verband lobte die Initiative der FAA und teilte mit, sie werde "einen direkten positiven Effekt auf amerikanische Reisende" haben, weil Verspätungen und Annullierungen im ganzen Land zurückgingen.
Der Vorstandsvorsitzende der United Airlines, Scott Kirby, sagte, ein intelligenter Einsatz von Smart im Luftraum könne Verspätungen und Annullierungen während Wetterereignissen deutlich verringern.
Herkunft des Smart-Systems
Die FAA hatte im Juni einen zwölfjährigen Vertrag mit einem Volumen von 875 Millionen US-Dollar (rund 754 Millionen Euro) an das Unternehmen Air Space Intelligence vergeben, das Smart entwickelt hat. Das System wertet Daten zu Flugplänen der Airlines, Wetterbedingungen, Kapazitäten der Flughäfen, Luftraumbedingungen und betrieblichen Einschränkungen aus, um Verkehrsströme vorherzusagen und mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen.
Bedford wird zudem in der kommenden Woche vor einem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses für Haushaltsfragen zum Stand der Modernisierung der Flugsicherung aussagen. Das Programm hat ein Volumen von 12,5 Milliarden US-Dollar. Die FAA fordert für weitere Verbesserungen zusätzlich zehn Milliarden US-Dollar.
Die FAA kämpft seit Jahren mit Überlastungsproblemen im US-Luftraum. Steigende Nachfrage, Landebahnbauarbeiten, schwere Wetterlagen und ein Mangel an Fluglotsen erschweren der Behörde die Arbeit.
Im April hatte die FAA Fluggesellschaften am Flughafen Chicago-O'Hare angewiesen, bis Oktober 2027 täglich 300 Flüge zu streichen. Die Behörde begründete die Maßnahme mit Überlastung.
Im Juni verlängerte die FAA zudem Flugstreichungen am Flughafen Newark und an weiteren Flughäfen im Großraum New York.