Pilotenverband will Outsourcing-Schlupfloch für Airlines schließen, © dpa/Jan Woitas
Ein Pilot hat seine Hand am Schubhebel. © dpa / Jan Woitas
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2017\/04\/900c9fc9_b9b24377f50a7872390efc58196de8d5__wide__824?v=1492701005","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 dpa\/ Jan Woitas"},"caption":"Ein Pilot hat seine Hand am Schubhebel."}

Die Europäische Pilotenvereinigung (ECA) fordert europäische Regulierungsbehörden auf, ein Schlupfloch im Arbeitsrecht zu schließen, das es Airlines ermöglicht, Piloten und Kabinenbesatzungen über externe Personalagenturen statt als direkte Mitarbeiter zu beschäftigen. Das teilte der Verband mit. Bereits 2023 hatte die ECA Wet-Leasing-Anbieter wegen möglicher Arbeitsrechtsverstöße bei den Behörden gemeldet.

"Crews gelten als austauschbar, als Nummer im System. Man kann sie mit einem Tag Frist loswerden", sagte ECA-Generalsekretär Ignacio Plaza laut einer Erklärung gegenüber "Reuters".

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Forderung durch den Zusammenbruch von Smartlynx Airlines: Der lettische Wet-Lease-Anbieter war einer der größten seiner Art in Europa. Die Flotte umfasste einst 68 Flugzeuge. Zu den Kunden zählten Fluggesellschaften wie SAS, Indigo und Tui Airways, die Smartlynx in Bedarfsphasen zur Kapazitätsstärkung einsetzten.

Im Oktober 2025 wurde die Airline für eine Million Euro an einen niederländischen Investmentfonds verkauft, der erst einen Monat zuvor gegründet worden war – mit zwei Smartlynx-Führungskräften als Minderheitsgesellschafter. Die Muttergesellschaft Avia Solutions Group mit Sitz in Litauen stieß die Airline ab, die zu diesem Zeitpunkt 238 Millionen Euro Schulden aufwies; 73 Prozent davon entfielen auf Forderungen anderer Avia-Solutions-Konzerngesellschaften. Im November folgte die endgültige Insolvenz, gemeinsam mit Tochtergesellschaften in Malta und Estland.

Ehemalige Smartlynx-Mitarbeiter berichteten, das Unternehmen habe sie angehalten, sich über Drittanbieter zu bewerben, anstatt direkt eingestellt zu werden. Der Zusammenbruch hinterließ Hunderte von Piloten und Kabinenbesatzungen ohne Arbeit – viele von ihnen auch ohne ihre ausstehenden Gehälter. Gegen das frühere Management wird wegen Betrugsverdachts ermittelt.

Der frühere Vorstandsvorsitzende reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme; Kontaktdaten des niederländischen Fonds waren nicht öffentlich verfügbar.

Verträge mit minimalen Arbeitgeberpflichten

"Reuters"-Recherchen zufolge enthielten geprüfte Verträge Klauseln, die Gehaltskürzungen, sofortige Kündigung und stark eingeschränkte Arbeitgeberpflichten erlaubten. Ein Vertrag des in Dubai ansässigen Personaldienstleisters Aerviva sah vor, dass Streitigkeiten vor englischen Gerichten beigelegt werden. Ein Aerviva-Sprecher erklärte, das Unternehmen habe von Smartlynx nie die notwendigen Unterlagen erhalten, um die ausstehenden Gehälter auszahlen zu können.

Eine Studie der Universität Gent aus dem Jahr 2025 zeigt das Ausmaß der Praxis: Unter mehr als 4000 befragten Piloten waren fast 14 Prozent nicht direkt bei einer Fluggesellschaft angestellt. Von diesen arbeiteten 65 Prozent für ACMI-Betreiber. Die nicht direkt angestellten Piloten berichteten von schlechterer psychischer Gesundheit, größerer Zurückhaltung beim Melden von Erschöpfung und höherer Jobangst. Pilotenverbände hatten bereits zuvor vor den Sicherheitsrisiken durch Übermüdung im Cockpit gewarnt.

ECA-Generalsekretär Plaza betonte, es gehe nicht nur um einen Einzelfall: "Es geht darum, ob Europa es zulässt, dass Airlines mit Beschäftigten operieren, die in der Praxis unverzichtbar sind, aber unsichtbar werden, wenn es um Verantwortung geht."

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 24/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 24/2026
Osterhase am Hals: Condor-Uniform mit Hasenfell?, © airliners.de/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/gemini-generated-image-pju5xnpju5xnpju5-kIzeGm__square__360?v=1781685862","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/KI"},"caption":"Osterhase am Hals: Condor-Uniform mit Hasenfell?"}

Condor-Nebelkerzen-Gedanken

Gedankenflüge Condor beantwortet Presseanfragen zur laufenden Partnersuche mit ungewöhnlichen Vergleichen – während der Chef auf den Bühnen der Branche ebenfalls nichts zum Verkauf sagt. Die Gedankenflüge über das weniger Offensichtliche hinter den Meldungen der Woche.

2 min
Ausgabe lesen
Campbell Wilson, © Air India
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2023\/06\/img-209431-campbellwilson-Y3JYl9__square__242?v=1688032972","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Air India"},"caption":"Campbell Wilson"}
Warten auf den Flieger nach Haneda, © Privat/Andreas Sebayang
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/img-1900-iLEAS5__square__242?v=1781624089","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Privat\/ Andreas Sebayang"},"caption":"Warten auf den Flieger nach Haneda"}
Digital Passenger (89)

Wenn eine Airline aktiv bei der Entschädigung hilft

Ein Airbus A380 der Emirates und eine Boeing 747 der Lufthansa auf der ILA Berlin Air Show 2014., © airliners.de/Gunnar Kruse
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2015\/12\/flugzeuge_94fa798088232ead9ce5125e55e4d878__square__242?v=1449470623","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ Gunnar Kruse"},"caption":"Ein Airbus A380 der Emirates und eine Boeing 747 der Lufthansa auf der ILA Berlin Air Show 2014."}
Standpunkte

Emirates, Berlin und die Politik des Schutzreflexes

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil