Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) prüft einen kleineren Neubau für das Terminal am Flughafen Dresden. Das derzeit genutzte Gebäude könnte dann stillgelegt werden, sagte MFAG-Vorstandsvorsitzender Götz Ahmelmann der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung".
Die Kosten, die Finanzierung und der genaue Standort eines möglichen Neubaus sind bislang noch offen. Es gebe noch keine Entscheidung für einen tatsächlichen Neubau, sondern lediglich "Zielbilder und mögliche Entwicklungsrichtungen", sagte ein Sprecher. Klar sei aber, dass eine bauliche Verkleinerung des bestehenden Terminals die teurere und damit ungeeignete Variante wäre.
Das bestehende Terminal sei vor 25 Jahren in deutlich zu großen Dimensionen gebaut worden, sagte Ahmelmann. Die Fluggastzahlen führten daher nicht zu einer ausreichenden Auslastung. Gleiches gelte für den Flughafen Leipzig/Halle. Dort sollen Fluggastbrücken künftig entfallen, Passagiere sollen stattdessen zu Fuß zu den Maschinen gehen, die Anlagen sollen zurückgebaut werden. Auch die Check-in-Abwicklung soll näher an das Abflugterminal rücken.
Blick auf Fluggastbrücken am Flughafen Dresden. : Fluggastbrücken am Flughafen Dresden mit Terminalgebäude und leerem Vorfeld bei sonnigem Wetter. Im Vordergrund sind Bäume, Park- und Fahrradsymbole sowie Beschilderung zu sehen. © DPA / Robert Michael
Parallel zu den Umstrukturierungen im Passagierbereich haben sich die MFAG und der Luftfahrtzulieferer Elbe Flugzeugwerke (EFW) auf eine engere Abstimmung über die künftige Infrastruktur am Standort Dresden verständigt, wie beide Unternehmen mitteilten.
Beide Unternehmen wollen demnach gemeinsam ermitteln, welche Flächen die EFW für ihr weiteres Wachstum am Standort benötigt. Dazu zählen nach Angaben der Unternehmen insbesondere Stellflächen für die Abwicklung von Programmen rund um Großraumflugzeuge wie den Airbus A380 oder den A330.
Auch im militärischen Bereich wollen beide Partner ihre Abstimmung intensivieren. Mögliche infrastrukturelle Veränderungen am Flughafen sollen die Bedürfnisse von EFW demnach frühzeitig berücksichtigen.
Ein Mitarbeiter von Elbe Flugzeugwerke GmbH arbeitet in einem Hangar am Bug eines A380 von Lufthansa. : Ein Lufthansa-Airbus A380 steht in einem großen Hangar, der Bug ist mit Folie abgedeckt. Ein Mitarbeiter arbeitet auf einer Hubarbeitsbühne am vorderen Rumpf, umgeben von Wartungsgerüsten. © DPA / Sebastian Kahnert
Jordi Boto, Geschäftsführer der EFW, sagte: "Der Flughafen Dresden ist für EFW ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Unterstützung durch die Mitteldeutsche Flughafen AG gibt uns die notwendige Planungssicherheit, um unsere langfristigen Entwicklungsziele am Standort umzusetzen. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Dresden auch künftig ein bedeutender Luftfahrtstandort mit internationaler Strahlkraft bleibt."
Ahmelmann sprach von einem "der wichtigsten Industrieunternehmen am Flughafen Dresden" und einem "zentralen Arbeitgeber für die Region". Er kündigte an: "Wir sehen großes Potenzial in der weiteren Entwicklung des Unternehmens und unterstützen die Zukunftspläne von EFW nachdrücklich."
Erklärtes Ziel der Gespräche sei es, die Wettbewerbsfähigkeit und die gemeinsamen Standortperspektiven nachhaltig zu stärken und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu schaffen, teilten MFAG und EFW mit.
Hintergrund zu den Überlegungen zur neuen Ausrichtung sind sinkende Passagierzahlen an beiden Flughäfen der Mitteldeutschen Flughäfen. Die MFAG hatte im Juli nach eigenen Angaben die wirtschaftliche Sanierung des Unternehmens rund ein halbes Jahr früher als geplant abgeschlossen und für 2025 erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn von 10,5 Millionen Euro vermeldet.
Im Zuge der Sanierung hatte das Unternehmen Stellen abgebaut und Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Hinzu kamen Streckenstreichungen: Ryanair zog sich mit dem Winterflugplan 2025/26 komplett aus Leipzig/Halle zurück. Derzeit laufen Verhandlungen über eine Rückkehr der Airline.