Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im Simulator Verfahren getestet, mit denen Flugzeuge an stark beflogenen Flughäfen sparsamer und leiser landen sollen.
Im Forschungsprojekt DYN-MARS (Dynamic Management of Aircraft Configuration and Route Structures), das die EU fördert, absolvierten mehr als 70 Piloten fast 1000 simulierte Anflüge, wie das DLR am Freitag mitteilte. Die Versuche umfassten nach DLR-Angaben sieben Flughäfen.
Den Ergebnissen zufolge lassen sich Sinkflüge mit Leerlaufschub und per Datenfunk übermittelte Routen auch dann im Betrieb umsetzen, wenn viel Verkehr herrscht.
Ein gleichmäßiger Sinkflug im Leerlauf senkt nach Darstellung des DLR Verbrauch, Emissionen und Lärm. Im dichten Verkehr rund um große Flughäfen sei er jedoch bislang kaum durchzuhalten. Kurzfristige Geschwindigkeitsanweisungen der Flugsicherung und geänderte Routen zwängen die Besatzungen oft, das Profil nachzusteuern.
Flugmanagementsystem rechnet Sinkflug laufend neu
DYN-MARS setzt deshalb an zwei Stellen an. Die Forscher entwickelten zunächst ein erweitertes Flugmanagementsystem, das das vertikale Profil selbstständig neu berechnet, sobald die Lotsen taktische Geschwindigkeitsvorgaben machen. Das Flugzeug soll so auch unter geänderten Bedingungen möglichst lange im Leerlauf sinken.
Der zweite Baustein sind Routen-Uplinks über Controller-Pilot Data Link Communications (CPDLC). Lotsen schicken eine absehbare Abkürzung oder Routenänderung damit direkt in das Flugmanagementsystem, wo sie als sekundärer Flugplan bereitliegt, bis die Crew sie nach der Freigabe aktiviert. Weil das System den weiteren Weg früher kennt, kann es den Sinkflug präziser planen.