Starlink im Flugzeug ausprobiert: EAN kann wohl einpacken, © airliners.de mit KI/Basis: AirTeamImages.com Santi Lorenzo
A220 unter Sternen : Frontnahaufnahme eines Air France A220 mit deutlich sichtbarem Schriftzug und dem Namen ‚BAYEUX‘ auf dem Rumpf. Der weiße Rumpf und das Triebwerk heben sich kontrastreich vor einem tiefblauen, sternenübersäten Nachthimmel ab. © airliners.de mit KI / Basis: AirTeamImages.com Santi Lorenzo
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Da ist es also: Starlink für Flugzeuge. Am vergangenen Samstag hatte ich erstmals die Gelegenheit, das System auszuprobieren, und das völlig unerwartet. Denn die Maschine, die Air France von Paris-Charles de Gaulle einsetzte, war jetzt nicht unbedingt der Typ, bei dem ich schnelles Internet erwarte – wenn überhaupt.

Ich stieg also im Terminal 2F ohne jede Erwartung in einen Airbus A220-300.

Flugzeit ist in den letzten Jahren irgendwie Offlinezeit geworden. Auf der Langstrecke bin ich meist zu geizig für den Service und auf der eng bestuhlten Kurz- und Mittelstrecke macht das Arbeiten auch nur bedingt Spaß. Einer von vielen Gründen, warum ich recht viel auf die Bahn verlagert habe.

Das könnte sich aber vielleicht ändern. Denn der Internetzugang in dem Flugzeug war ziemlich gut. Alles fing mit einer seltsamen Ansage an. Es gibt superschnelles Internet (wie oft habe ich das schon gehört), aber wenn das jemand nutzt, dann bitte diskret. Diskret? Ähm, bitte?

Achja, außerdem ist der Service für Flying-Blue-Mitglieder kostenlos. Wenn ich das richtig gesehen habe, ist es auch die einzige Möglichkeit, um Zugang zu bekommen. Einen Kaufprozess gab es nicht. Die Crew wies auch darauf hin: Die Anmeldung reicht, um den Internetzugang zu nutzen.

Ich wurde also neugierig, denn: Erstens war es die falsche Maschine für einen Internetzugang, ich wusste also überhaupt nicht, was technisch im Einsatz war, und zweitens irritierte mich der Satz mit der diskreten Nutzung.

Starlink funktioniert schon am Boden

Neugierig, wie ich bin, fing ich schon beim Rollen an, mich ins Air-France-Wifi einzubuchen. Die WLAN-SSID ist mir nämlich schon kurz nach dem Einstieg aufgefallen, da ich noch mit Hotspots rumhantieren musste. Ich hatte ein bisschen das Bedürfnis, etwas zu zocken.

Nach der Einwahl erschien dann auch ziemlich schnell das Captive Portal des WLAN-Zugangs, das mich aufforderte, meinen Flying-Blue-Zugang zu verwenden. Gefragt, getan, und nach einer etwas längeren Wartezeit, die mich an andere Internet-Lösungen in Flugzeugen erinnerte, war ich dann auch schon online.

Aber Moment, ich bin doch noch am Rollen? Das störte den Netzzugang aber nicht. Starlink hat offenbar eine Gate-2-Gate-Zertifizierung. Also fing ich auf dem iPhone an, etwas rumzusurfen. Was mir sofort auffiel: Der Zugang war erstaunlich "snappy". Wartezeiten waren minimal und Seitenaufbau im Expresstempo gehörten dazu und widersprachen komplett dem Erlebnis bei der Anmeldung an den Dienst. Da ist wohl das Flying-Blue-System ziemlich lahm.

Der erste Test mit fast.com, dem Benchmark von Netflix, zeigte dann auch enorme Bandbreiten, die mir zur Verfügung standen.

150 MBit/s im Download? Das ist ziemlich viel. Die Latenzen? Phänomenal für eine Satellitenverbindung. Und der Upload: mehr als genug, damit ich als Journalist auch mal eben ein Video hochladen kann.

Bandbreiten, mit denen man arbeiten und streamen kann

Also dachte ich mir: Probiere ich doch mal ein Arbeitsszenario. Für meinen Zweitjob galt es noch ein paar Videos von einem Smartphone hochzuladen und etwas Recherche zu betreiben. Nebenbei konnte ich mir auf dem Terminal des Macs genauer anschauen, was im Netzwerk passierte.

Und das sah sehr gut aus. Pings zu unserer Webseite waren fast immer gut. Ich schickte 20 Pakete auf unseren Server und erreichte 20 ms im besten Fall und 110 ms im schlechtesten Fall. Da war ich übrigens schon in der Luft und die Anschnallzeichen waren erloschen, Voraussetzung, um vernünftig auf dem Tisch mit dem Notebook zu arbeiten.

Im Durchschnitt lag der Ping bei 40 ms. Das ist ziemlich nah an dem, was auch mit unserem DSL-Anschluss im Büro machbar ist. Oder bei mir zuhause. Es gab aber einen Unterschied: Während normales, asynchrones DSL auf große Uploads sehr empfindlich reagieren kann, zuckte der Starlink-Zugang nur minimal. Es könnte auch im Bereich der Messtoleranzen gewesen sein. Benchmarks in einem Flugzeug sind nicht so einfach, da ich keine kontrollierte Umgebung habe und immer damit rechnen muss, dass andere Fluggäste im selben WLAN die Messungen stören.

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Tewolde Gebremariam, © Ethiopian Airlines
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Flugzeuge der Tap stehen in Lissabon., © AirTeamImages.com/Rui Alves
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Flugzeuge rollen zu den Terminals des O'Hare International Airport., © DPA/Nam Y. Huh
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Eine für den Einbau fertige Recaro-Sitzreihe., © airliners.de/Andreas Sebayang
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Condor A321 in München vor Lufthansa-Flugzeugen., © AirTeamImages.com/Carlos Enamorado
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