Die wichtigsten Entwicklungen in der Luftfahrtbranche vom 25. bis 31. März 2026, kompakt aufbereitet für das airliners+ Magazin. Die Woche stand ganz im Zeichen des Iran-Kriegs und seiner Folgen: Kerosin wird zum strukturellen Risikofaktor, Netzwerke werden umgebaut, und der Druck auf die Ertragskraft der Branche wächst. Beim größten deutschen Luftfahrtkonzern gibt es zugleich Arbeitsfrieden an einer Front – und neue Kampflinien an zwei anderen.
Lufthansa unter Kerosin-Druck: Hedging-Stopp und Grounding-Überlegungen
Die Lufthansa Group hat ihr Treibstoff-Hedging vorübergehend ausgesetzt. Angesichts der durch den Iran-Krieg auf Rekordniveau gestiegenen Kerosinpreise will der Konzern vermeiden, sich langfristig zu aktuellen Höchstpreisen einzudecken. Für das laufende Jahr ist der Bedarf zwar zu rund 80 Prozent abgesichert – doch allein für die ungesicherte Restmenge summieren sich die Mehrkosten auf 1,5 Milliarden Euro.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass Lufthansa konkret prüft, bis zu 40 Flugzeuge vorübergehend am Boden zu lassen. Betroffen wären vor allem ältere, treibstoffhungrige Typen, die ohnehin kurz vor der Ausmusterung stehen. "Die Folgen sind größer, als wir erwartet hatten", sagte Konzernchef Carsten Spohr auf einer virtuellen Mitarbeiterversammlung.
Eingemottete Lufthansa-Flugzeuge während Corona am Flughafen München. © Flughafen München / Alex Tino Friedel
20 geparkte Maschinen entsprächen einer Kapazitätsreduzierung von 2,5 Prozent, 40 Maschinen von fünf Prozent. Streichkandidaten bei den Strecken seien ertragsschwache Verbindungen in Europa. Gleichzeitig will der Konzern die frei werdenden Kapazitäten gezielt umlenken: Über den Sommer sind rund 1600 zusätzliche Abflüge von den fünf Drehkreuzen Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel geplant.