Die Lufthansa-Gruppe hat ihr Treibstoff-Hedging ausgesetzt. Angesichts des durch den Iran-Krieg ausgelösten Kerosinpreisanstiegs will der Konzern vermeiden, sich zu aktuellen Höchstpreisen langfristig einzudecken, wie die Schweizer Nachrichtenagentur "AWP" unter Berufung auf eine Unternehmenssprecherin berichtete.
Wann die Absicherungsgeschäfte wieder aufgenommen werden, ließ die Agentur offen – eine strukturelle Änderung der Hedging-Strategie sei aber nicht geplant.
Normalerweise sichert die Lufthansa-Gruppe ihren Kerosinbedarf über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten durch Termingeschäfte ab. Die angestrebte Zielquote liegt dabei bei 85 Prozent, die spätestens sechs Monate vor dem geplanten Kerosinverbrauch erreicht sein soll.
Für das laufende Jahr ist der Bedarf des Konzerns laut eigenen Angaben bereits zu rund 80 Prozent gesichert. Für 2027 beläuft sich die Absicherungsquote den Informationen zufolge auf etwa 40 Prozent.
Viele Airlines haben ihre Ticketpreise bereits erhöht. Um die gestiegenen Kosten auszugleichen, hat die Lufthansa-Gruppe bereits die sogenannte "International Surcharge" erhöht. Neben den Treibstoffpreisen selbst treiben laut Konzern auch Flugausfälle sowie der komplexere Flugbetrieb durch notwendige Umfliegungen der Kriegsgebiete die Kosten in die Höhe.
Gleichzeitig verzeichnet die Gruppe bei einzelnen Zielen eine deutlich gestiegene Nachfrage infolge veränderter Reisemuster. Die angebotenen Preise orientierten sich daher an Angebot, Nachfrage und der jeweiligen Kostenentwicklung, hieß es.