Die Deutsche Bahn will über ihren Navigator weiterhin keine Fahrkarten anderer Anbieter verkaufen. Das gehe aus Antworten des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die die "Rheinische Post" berichtete. Auch eine Übertragung des Navigators auf die DB Infrago sei nicht vorgesehen.
Im eigenen Vertrieb verkaufe die DB AG zunächst eigene Produkte und ergänze sie um Angebote von Verkehrsverbünden und Kooperationen mit DB-Beteiligung, hieß es in der Antwort des Ministeriums. Die Grünen-Verkehrspolitikerin Paula Piechotta kritisierte das Vorgehen. Wie wenig die Deutsche Bahn im Interesse der Kunden handle, zeige sich daran, dass sie eine einheitliche, von verschiedenen Bahn-Anbietern gleich nutzbare App für den Ticketverkauf boykottiere, sagte sie der Zeitung.
Auch das Verkehrsministerium lasse zu, dass die DB Fernverkehr die App-Gewinne aus dem Ticketvertrieb im Navigator behalten dürfe. Das zeige, dass Kosten und Gewinn auf der Schiene nicht fair verteilt seien, bemängelte Piechotta. Die Deutsche Bahn kündigte zugleich Verbesserungen der Kundenkommunikation an. Bis Jahresende solle in mehr als 90 Prozent der Fälle rechtzeitig über Halteausfälle informiert werden. Wie hoch der Anteil rechtzeitiger Informationen aktuell ist, gab das Ministerium nicht an.