Condor nimmt im kommenden Sommer Athen, Florenz und Stockholm-Arlanda ab Frankfurt neu in den Flugplan auf. Damit wächst das City-Netz der Airline auf 16 europäische Ziele, wie Condor am Mittwoch mitteilte. Die neuen Strecken sollen zugleich Passagiere zu den Langstreckenflügen am Frankfurter Drehkreuz bringen.
Als erste der drei Verbindungen startet Athen am 28. April 2027. Condor fliegt die griechische Hauptstadt in der Sommersaison einmal am Tag an. Ab dem 6. Mai 2027 folgt Florenz mit zwei täglichen Flügen, ebenfalls saisonal. Stockholm-Arlanda steht ab dem 13. Mai 2027 das ganze Jahr über zweimal täglich im Flugplan.
"Mit der Erweiterung unseres City-Netzwerks investieren wir gezielt in den weiteren Ausbau unseres Hubs am Frankfurt Airport", sagte Pierre Dominique Prümm, neuer Chief Commercial Officer von Condor. Frankfurt entwickle sich damit weiter zu einem Drehkreuz für Geschäfts- und Urlaubsreisende.
Nach Angaben der Airline sind die Flugpläne auf die Langstreckenziele in Nordamerika, der Karibik, Afrika und Asien abgestimmt. Passagiere müssten daher nur kurz umsteigen, erklärte das Unternehmen.
Eigenes Zubringernetz ersetzt Lufthansa-Kooperation
Condor sieht sich mit dem wachsenden Kurzstreckenangebot auf dem Weg zur Netzwerk-Airline. Im Sommer kommenden Jahres zieht Condor in Frankfurt ins neue Terminal 3. Der Aufbau des Netzes gilt allerdings als kostenintensiv. Parallel läuft bei Condor ein Sparplan.
Für einen schnellen Aufbau des eigenen Netzes fehlen Condor zudem Flugzeuge. Nach der Ausmusterung der Boeing 757 zog die Airline A320 und A321 von Ferienstrecken ab, gab das Türkei-Geschäft auf und zog sich unter anderem aus Leipzig/Halle zurück. Seit diesem Sommer fliegen nun German Airways und Helvetic Airways mit je zwei Embraer 190 im Wet Lease für Condor. Im Juni bestätigte die Airline, für den Winter 2026/2027 auch den Einsatz der Schwester Marabu zu prüfen.
Hintergrund des Netzausbaus ist vor allem der Wegfall der Lufthansa-Zubringer. Die Lufthansa hatte Condor Ende 2020 zum Juni 2021 das Special Prorate Agreement gekündigt, das der Airline günstige Konditionen und hohe Verfügbarkeiten auf Zubringerflügen gesichert hatte.
Das Bundeskartellamt sah darin zunächst einen Missbrauch der Marktmacht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hob diesen Beschluss im August 2025 jedoch wegen Verfahrensfehlern auf. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Seither kann Condor Lufthansa-Zubringer nur noch über ein Interlining-Abkommen nutzen. Darüber flossen nach Angaben eines Condor-Sprechers vom März zuletzt weniger als 20 Prozent des früheren Volumens.