Der Wechsel von Condor ins neue Frankfurter Terminal 3 hat nach Unternehmensangaben keine Auswirkungen auf das bestehende Interline-Abkommen mit der Lufthansa. Unser Umzug zum Terminal 3 ist völlig losgelöst von unserer Beziehung zur Lufthansa", sagte ein Condor-Sprecher am Rande der ITB in Berlin gegenüber airliners.de.
Grund für den für Sommer 2027 geplanten Terminalwechsel sei der Kapazitätsdruck am bisherigen Standort. Fraport habe signalisiert, dass weiteres Wachstum im Terminal 1 kaum noch abbildbar sei. Die aktuelle Sommersaison will Condor nutzen, um den Betrieb im Terminal 3 zu erproben.
Für Interlining-Passagiere hat der Umzug operationelle Konsequenzen. Da Lufthansa und Condor künftig in verschiedenen Terminals operieren, müssen Verbindungszeiten länger eingeplant werden. Kurze Umsteigezeiten seien nicht mehr darstellbar, so der Sprecher.
An der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Lufthansa ändert sich durch den Umzug nichts. Das SPA-Abkommen – ein Kontingentvertrag mit festen Sitzplatzzusagen – sei von der Lufthansa gekündigt worden.
Das verbleibende Interline-Abkommen ermögliche nur noch sehr geringe Passagierzahlen. Zuletzt seien weniger als 20 Prozent des früheren Volumens geflossen – je nach Saison und Strecke teilweise noch weniger, hieß es weiter.
Eigenes Zubringernetz hat Lücken
Condor unterhält inzwischen ein eigenes Zubringernetz mit 13 Quellstädten. Für bestimmte Langstreckenziele reiche dieses Netz jedoch nicht aus. "Das ist ein sehr kleineres Netz, verglichen zu dem, was man von der Lufthansa bekam", sagte der Pressesprecher. Passagiere aus Städten ohne gute Bahnanbindung nach Frankfurt – er nannte Bremen als Beispiel – seien dadurch faktisch auf Lufthansa-Verbindungen angewiesen und hätten keinen Zugang mehr zu Condor-Langstrecken.
Für eine Lösung setzt Condor auf die Wettbewerbsbehörden. Das frühere Verfahren gegen die Interline-Praxis der Lufthansa sei nicht inhaltlich entschieden, sondern wegen Verfahrensfehlern eingestellt worden. Die Sachlage habe sich seitdem nicht verändert. Condor hoffe, dass die Behörden das Verfahren neu aufgreifen. Eigene formelle Schritte schloss Condor nicht aus.