Die für die Lufthansa bestimmte Boeing 777-9 hat am Seattle Paine Field ihren ersten Flug erfolgreich abgeschlossen.
Lufthansa ist Erstkunde für die weiterentwickelte 777. Das Flugzeug mit der Rumpfnummer 1781 ist damit auch das erste Exemplar der neuen 777X-Serie insgesamt, das als kommerzielles Flugzeug ausgeliefert werden soll.
Beobachtern vor Ort zufolge trug die Maschine bei dem Testflug bereits das zukünftige Lufthansa-Kennzeichen D-ABTG, ist jedoch noch unlackiert. Geflogen wurde sie unter der Testkennung WH128.
Bjoern Becker, der bei der Lufthansa das Programm zur Langstreckenflotten- und Produkttransformation leitet, bezeichnete den ersten Check-Flug auf Linkedin als "bedeutenden Meilenstein". Weitere Flugtests und Vorbereitungen müssten vor der Auslieferung aber noch abgeschlossen werden.
Sieben Jahre Verzögerung
Das 777X-Programm liegt nach wie vor rund sieben Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Für die Entwicklung hat Boeing bisher Sonderbelastungen von 15 Milliarden Dollar verbucht.
Die Lufthansa hatte die ersten Maschinen ursprünglich bereits 2020 erhalten sollen. Erste Auslieferungen sind nun für 2027 geplant – nach Konzernkreisen bleibt der Zeitplan jedoch weiter anfällig für Änderungen.
Lufthansa plant Flotte um
Mit dem nun beschleunigten Zulauf von 787-9 und Airbus A350-900 entstehen aktuell wieder Spielräume in der Flottenplanung der Lufthansa.
So soll die Boeing 747-400 früher als geplant ausgemustert werden: Zwei bis vier der verbliebenen acht Maschinen sollen bereits zur kommenden Wintersaison stillgelegt werden, nach dem Sommerflugplan 2027 ist für den Typ bei der Lufthansa Schluss.
Den Abschied der Airbus A340-600 hat Konzernchef Carsten Spohr derweil auf den 17. Oktober 2026 datiert. Als Vorsorge für den Fall weiterer 777-9-Verzögerungen will die Airline im kommenden Jahr beispielsweise mehr Airbus A340-300 als ursprünglich geplant einsetzen.