Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen die bereits im Juli gesenkte Passagierprognose für den Frankfurter Flughafen bestätigt. Grund seien weiterhin Streiks, geopolitische Spannungen im Nahen Osten und die daraus folgenden reduzierten Airline-Kapazitäten, erklärte Fraport. Die Konzernleitung rechne für Frankfurt weiterhin nur mit einem Aufkommen etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 63,2 Millionen Passagieren.
Ursprünglich hatte Fraport-Chef Stefan Schulte für 2026 ein Wachstum von bis zu vier Prozent auf 66 Millionen Fluggäste in Frankfurt vorhergesagt, bevor der Konzern die Prognose im Juli auf das Vorjahresniveau senkte. Im ersten Halbjahr nutzten 28,9 Millionen Passagiere den Flughafen, ein Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die schwächere Verkehrsentwicklung werde das Ergebnis dämpfen, erklärte Fraport.
Auslöser für den Dämpfer am Frankfurter Standort sind laut Konzern der Ende Februar ausgebrochene Krieg der USA und Israels gegen den Iran sowie Streiks bei der Lufthansa. Durch den Krieg ging der Flugverkehr in die Region, vor allem zum Drehkreuz Dubai in den Golfstaaten, zurück. Die Streiks bei der Lufthansa kosteten Fraport zufolge rund 700.000 Passagiere.
"Während das Passagieraufkommen in Frankfurt streikbedingt und aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation im Nahen Osten stagniert, wächst der Verkehr an den meisten internationalen Standorten im Fraport-Konzern", sagte Schulte.
Auslandsgeschäft stützt Konzernziele
Trotz der schwächeren Entwicklung in Frankfurt hält Fraport an seinem zentralen Finanzziel fest. Dank der positiveren Geschäftsentwicklung seiner internationalen Beteiligungen bekräftigte der Konzern, das Betriebsergebnis 2026 leicht auf bis zu 1,5 Milliarden Euro zu verbessern – nach 1,44 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.
Von Januar bis Juni stieg der Konzernumsatz um vier Prozent auf 2,07 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um knapp vier Prozent auf 582,3 Millionen Euro zu. Das Konzernergebnis sank dagegen um fast die Hälfte auf 51,6 Millionen Euro. Als Grund nannte Fraport buchhalterische Effekte durch die Inbetriebnahme neuer Terminalgebäude in Lima und Frankfurt.
Fraport betreibt neben dem Flughafen Frankfurt zahlreiche internationale Standorte, darunter den Flughafen Lima in Peru. Der M-Dax-Konzern setzt zunehmend auf das Wachstum seiner ausländischen Beteiligungen, um Schwankungen am Heimatstandort auszugleichen.