Auracast kann an zwei Lufthansa-Gates in Frankfurt weiter getestet werden, © airliners.de/Andreas Sebayang
Statt einem T für Telecoil steht jetzt ein A für Auracast im Symbol für Hörgeräte. : Nahaufnahme eines glänzenden Aufklebers an einem weißen Pfeiler in einem Flughafen-Terminal. Oben blaues Hörgerät‑Symbol mit großem Buchstaben A statt T, rechts ein QR‑Code. Unter dem Symbol zweisprachiger Text, der informiert, dass Durchsagen per Auracast am Gate A16 empfangen werden können. Gleichmäßige Innenraumbeleuchtung, neutrale Farben (weiß, blau, grau). © airliners.de / Andreas Sebayang
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Der Auracast-Test am Flughafen Frankfurt geht in die Verlängerung. Das sagte Johannes Sittig, Chef des vor allem auf Flughäfen spezialisierten Audio-Anbieters Sittig Technologies, auf Nachfrage von airliners.de zum Status des Pilot-Projekts an den Lufthansa-Gastes A16 und A17.

Damit kann die Bluetooth-Technik, die einen Beitrag zur Barrierefreiheit bietet, weiter an den Lufthansa-Gates A16 und A17 im Terminal 1 ausprobiert werden. Der Flughafen ist derzeit eine Referenz-Implementierung für die Broadcast-Technik in der Luftfahrt. Es war der erste Flughafen mit dieser Technik.

Bis dato wurden vor allem Spielstätten wie Theater als Testszenarien eingesetzt. Im Vereinigten Königreich gibt es zudem ebenfalls Projekte. Neben Auracast soll dort auch die British Sign Language stärker umgesetzt werden. Der englische Bahnhof Brighton ist laut dem auf Barrierefreiheit spezialisierten Journalisten Liam O’Dell schon mit Auracast ausgestattet und soll in Kürze mit der Testphase beginnen.

Mit Kopfhörern und Ohrhörern können sich Flug- wie Fahrgäste direkt das Auracast-Signal einklinken. Die Auswahl von entsprechenden Kopf- und Ohrhörern mit Auracast-Unterstützung im Handel ist mittlerweile recht groß, auch wenn man sehr genau ins Datenblatt schauen muss, da einige Hersteller trotz Unterstützung Auracast nicht listen. Der Hardware-Hersteller Creative nennt die Technik etwa Broadcast.

Die meisten Geräte funktionieren mit Android-Smartphones (als Steuerzentrale) und einige auch mit iPhones. Letztere können eigentlich kein Auracast, mit einer App lässt sich das aber umgehen. Vereinzelt gibt es auch Kopfhörer mit einer Fernbedienung, bei der gar kein Smartphone mehr gebraucht wird.

Auracast zielt dabei nicht nur auf nicht hörende oder nur schwer hörende Menschen. Die Technik soll auch Menschen helfen, die nur geringe Hörprobleme haben, etwa in lauten Umgebungen. In Flughäfen und an Bahnhöfen ist die Technik also gut geeignet.

Sittig sagte uns zudem, dass das Interesse an der Auracast-Technik auf der Passenger Terminal Expo in London groß war: "Auf der PTE haben wir ein sehr großes und durchweg positives Interesse von nationalen wie internationalen Flughäfen an unseren Lösungen wahrgenommen. Es zeigt sich deutlich, dass sich das Thema zunehmend im Markt etabliert und an Bekanntheit gewinnt." Zudem befinden sich laut Sittig bereits mehrere weitere Projekte in einer konkreten Planungsphase.

Das Unternehmen präsentierte auf der PTE sein "Auracast for Airports"-Produkt, eine Erweiterung des PAXGuide-Systems. Dort konnte man zudem auf den Piloten verweisen, der in Kooperation mit Lufthansa und dem Frankfurter Flughafen im Betrieb ist. Unterstützt wird das Projekt zudem vom Hörgerätespezialisten GN, Samsung, Google und der Bluetooth Special Interest Group.

Weitere Informationen finden sich in unserem Hintergrundartikel "Wie Auracast Flughäfen zu mehr Barrierefreiheit verhelfen kann".

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