Airbus-Streik in Spanien weitet sich aus: CCOO schließt sich an, © DPA/Bernat Armangue/AP
Spanien, Getafe: Ein Airbus A330 MRTT Tank- und Transportflugzeug wird in der Airbus-Fertigungsstätte in Getafe, Zentralspanien, gebaut © DPA / Bernat Armangue/AP
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Die Gewerkschaft CCOO, nach eigenen Angaben die größte Arbeitnehmervertretung bei Airbus in Spanien, beteiligt sich ab diesem Dienstag am seit Anfang Juli laufenden Streik des Flugzeugherstellers. Das teilte die Gewerkschaft mit, nachdem ihre Mitglieder an den sechs spanischen Airbus-Standorten mit großer Mehrheit für die Teilnahme gestimmt hatten.

Von den rund 3500 CCOO-Mitgliedern, die sich an der Abstimmung beteiligten, votierten 90,24 Prozent für den Streikbeitritt, wie mehrere spanische Medien übereinstimmend berichteten. CCOO kündigte zudem an, an diesem Dienstag an der Sitzung der Verhandlungskommission mit dem Airbus-Management teilnehmen zu wollen. Die Beschäftigten hatten zuvor festgelegt, dass jede mögliche Einigung mit Airbus der gesamten Belegschaft zur Abstimmung vorgelegt werden muss.

Sollte es in den kommenden Wochen keine wesentlichen Fortschritte in den Gesprächen geben, droht die Gewerkschaft zusätzlich mit einem unbefristeten Streik ab dem 7. September. Diese Ankündigung hatte CCOO bereits vergangene Woche über die eigenen Social-Media-Kanäle verbreitet.

Zu den zentralen Forderungen von CCOO zählen eine an die Inflationsrate gekoppelte Lohnerhöhung, der Erhalt der bislang zwei Homeoffice-Tage pro Woche sowie eine flexible Urlaubsregelung. Zudem verlangt die Gewerkschaft, dass die Beschäftigten der Raumfahrtsparte weiterhin vom bestehenden Tarifvertrag erfasst bleiben.

Streik läuft bereits seit Anfang Juli

Der Streik bei Airbus in Spanien läuft bereits seit dem 1. Juli. Ausgerufen wurde er von der Unabhängigen Gewerkschaft der Luftfahrt-Fachkräfte (SIPA), die zunächst im Werk Getafe bei Madrid Zuspruch fand, bevor sich die Proteste auf weitere Standorte in Andalusien und Kastilien-La Mancha ausweiteten. Neben SIPA unterstützen inzwischen auch die Gewerkschaften CGT, UGT, UTIL und ATP den Ausstand.

Als Gründe nannten die Gewerkschaften unter anderem Lohnerhöhungen unterhalb der Inflationsrate, strengere Anwesenheitskontrollen sowie Vorgaben, wonach Büroangestellte mehr Zeit vor Ort verbringen sollen. Bereits im vergangenen Monat hatte es in Frankreich Streiks gegeben, nachdem Airbus dort die Zahl der Homeoffice-Tage reduziert hatte.

Airbus steht wegen der Proteste unter Druck, das Jahresziel von 870 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen zu erreichen, während der Konzern gleichzeitig mit Lieferkettenproblemen kämpft. Nach dem aktuellen Protestkalender sind bis zum 31. Juli tägliche Kundgebungen vor den wichtigsten Werken angekündigt, jeweils ab 5:00 Uhr morgens zu Beginn der ersten Schicht.

Airbus beschäftigt in Spanien mehr als 14.000 Menschen an acht Standorten, unter anderem in Madrid, Kastilien-La Mancha und Andalusien. Bereits vergangenen Freitag hatte das Unternehmen erneut seine Gesprächsbereitschaft mit den Arbeitnehmervertretern bekräftigt, um die Auswirkungen des Streiks auf Beschäftigte, Betrieb und Kunden möglichst gering zu halten.

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