Bei Airbus streiken Mitarbeiter in weiten Teilen Spaniens bis Ende Juli, weil Gewerkschaften eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen beklagen. Grund sind laut der Unabhängigen Gewerkschaft der Luftfahrt-Fachkräfte (SIPA) unter anderem Lohnerhöhungen unter der Inflationsrate, strengere Anwesenheitskontrollen sowie Vorgaben, wonach Büroangestellte mehr Zeit vor Ort verbringen müssten, teilte die Gewerkschaft mit.
Airbus steht damit unter Druck, das Jahresziel von 870 ausgelieferten Jets zu erreichen, während der Konzern gleichzeitig mit Lieferkettenproblemen kämpft. Bereits im vergangenen Monat kam es in Frankreich zu Streiks und Protesten, nachdem Airbus die Zahl der Homeoffice-Tage für Angestellte reduziert hatte.
Der von SIPA am 1. Juli ausgerufene Streik erhielt zunächst Zuspruch am Airbus-Werk in Getafe bei Madrid, bevor er sich auf weitere Standorte ausweitete und Unterstützung von zusätzlichen Gewerkschaften erhielt, sagte ein Gewerkschaftsvertreter.
CCOO, die größte Airbus-Gewerkschaft in Spanien, hat sich der Aktion bislang nicht angeschlossen, kündigte aber auf "Facebook" einen unbefristeten Streik ab dem 7. September an, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.
"Wird keine Einigung erzielt, werden die Lieferpläne durch den Streik und Arbeitskampfmaßnahmen in den letzten vier Monaten des Jahres an allen spanischen Airbus-Standorten ernsthaft beeinträchtigt", erklärte CCOO.
Airbus beschäftigt in Spanien mehr als 14.000 Menschen an acht Standorten in Madrid, Kastilien-La Mancha und Andalusien, wo der Konzern Militärtransportflugzeuge sowie Teile für Verkehrsflugzeuge und Satelliten produziert. Getafe ist laut Airbus-Website weltweit der drittgrößte Standort des Unternehmens.