Die Air Asia Group sucht in Asien neue Anteilseigner, und will speziell in Indonesien und auf den Philippinen frisches Eigenkapital einsammeln. Das teilte Konzernmitgründer und -berater Tony Fernandes am Wochenende vor Journalisten und Analysten mit.
Fernandes zufolge hat der Konzern bereits am Donnerstag eine Investmentbank in Jakarta mit der Umsetzung beauftragt und will nun rasch neues Kapital sichern. Die Finanzierung in Indonesien werde aller Wahrscheinlichkeit nach über Eigenkapital erfolgen, auch auf den Philippinen sei eine Kapitalerhöhung geplant. Namen möglicher Investoren nannte er für keinen der beiden Märkte.
In Malaysia und Thailand solle die Finanzierung dagegen über Anleihen und Fremdkapital laufen. Zusätzlich prüfe die Air Asia Bank- und Anleihefinanzierungen. Air Asia strebe an, die gesamte Finanzierungsrunde bis Dezember oder im Januar 2027 abzuschließen.
Fernandes bestritt zudem, dass die Air Asia staatliche Unterstützung suche. Auf die Frage, ob der Konzern staatliche Hilfe benötige, um seinen Verpflichtungen nachzukommen, sagte Fernandes: "Erstens, keine Gespräche mit der Regierung. Zweitens, wir brauchen keine Rettung, keinen Bailout, was auch immer das sein soll. Das sind Worte, über die wir nie gesprochen haben."
Kurz zuvor hatte Fernandes bereits betont, die Air Asia verfüge trotz eines Kurseinbruchs über eine starke Liquidität.
Expansion außerhalb Asiens vorerst ausgesetzt
Die neuen Finanzierungsbemühungen fallen zusammen mit einer vorübergehenden Abkehr von der zuvor angekündigten Strategie, ein globales Low-Cost-Netzwerk durch direkte Expansion außerhalb Asiens aufzubauen. Der Konzern kehre "definitiv zu seinen asiatischen Wurzeln zurück", sagte Fernandes.
Die Flotten sollen sich künftig auf Inlandsverkehre, ASEAN-Strecken sowie Verbindungen nach China und Indien konzentrieren, während Partnerschaften wie das neue Codeshare-Abkommen mit Pegasus Airlines dabei helfen sollten, weiter entfernte Märkte zu erreichen. Eine direkte globale Expansion sei zu einem späteren Zeitpunkt wieder möglich, sagte Fernandes.
Der Vorstoß des charismatischen Air-Asia-Chefs erfolgt inmitten anhaltenden finanziellen Drucks. Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die malaysische Regierung mit Malaysia Airlines und der Batik Air über ein mögliches Auffangszenario für den Marktanteil der Air Asia gesprochen hatte, sollte die Fluggesellschaft ihr Angebot deutlich einschränken müssen.