Airbus verschiebt die Zertifizierung und die geplante Erstauslieferung des Frachters A350F etwas weiter nach hinten. Wie Airbus-Chef Guillaume Faury ankündigte, soll das erste Flugzeug "idealerweise bis Ende 2027" ausgeliefert werden. Ab 2028 sollen dann Auslieferungen "in erheblicher Stückzahl" folgen.
Bislang peilte Airbus die Zertifizierung bis Mitte 2027 an – die erste Auslieferung sollte in "der zweiten jahreshälfte" stattfinden.
Faury kündigte auf seinem Halbjahres-Briefing zugleich an, ein "sehr dichtes Testprogramm" für den A350F zu starten. Der sogenannte Bodenvibrationstest (Ground Vibration Test, GVT) sei im Juni erfolgreich über drei Tage in Toulouse abgeschlossen worden, hieß es. Der Test erfasst laut Airbus die dynamische Reaktion des Flugzeugs auf Schwingungen und liefert damit einen wichtigen Nachweis für den Erstflug.
Nächste Testphase
Die Ergebnisse dieser letzten großen Tests vor dem Erstflug sollen die Grundlage für die nächste Phase bilden, die sogenannten Flugvibrationstests oder "Flatterversuche". Diese sollen in den ersten drei Monaten der Flugtestkampagne stattfinden.
Dabei soll das Flugzeug bis zu seiner höchstzulässigen Fluggeschwindigkeit und Mach-Zahl im Sturzflug (VD beziehungsweise MD) geflogen werden. Nach Angaben von Airbus handelt es sich dabei um den letzten großen Schritt vor der Zulassung und Indienststellung des A350F.
Laut "CH-Aviation"-Daten haben 14 Betreiber insgesamt 110 Flugzeuge des Typs bestellt. Dazu kommen unterzeichnete Optionen für weitere 28 Maschinen.