Brexit: Airlines droht Stilllegung von Flugzeugen, © PA Wire/dpa/Niall Carson
© PA Wire/dpa / Niall Carson
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2018\/11\/f9ade00a0fb_00ea4085b2417d2b52396ecd694e5c92__wide__824?v=1542350650","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 PA Wire\/dpa\/ Niall Carson"},"caption":""}

Würde sich Großbritannien mit einem harten Brexit von Europa verabschieden, drohen deutschen Airlines auch auf technischer Ebene "katastrophale" Folgen. Denn wäre die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA nicht mehr auch für Großbritannien zuständig, müssten viele Flugzeuge hier in Deutschland am Boden bleiben, heißt es aus EU-Kreisen. Am Dienstagabend stimmt das britische Unterhaus über einen Vertrag für einen geregelten Brexit ab.

Abstimmung

Den ganzen Dienstag über stimmt das britische Unterhaus über Änderungsanträge für das Abkommen mit der Europäischen Union ab. Laut des Institute of Government könnte einer dieser rund ein Dutzend Texte die schlussendliche Abstimmung über den Scheidungsvertrag hinfällig machen. Denn die Anträge fordern zum Teil auch, das EU-Abkommen abzulehnen. Kommt es dennoch zum finalen Votum stimmen die 639 Abgeordneten des House of Parliament über den von Regierungschefin Theresa May mit Brüssel verhandelten Kontrakt ab.

May braucht 320 Stimmen für eine Mehrheit. Doch das gilt als nahezu ausgeschlossen, denn die Opposition hat bereits angekündigt, geschlossen gegen den Deal stimmen zu wollen. Zudem hofft die Premierministerin, die Abweichler in den eigenen Reihen im zweistelligen Bereich halten zu können. Diese Erwartungen sind nicht neu - ursprünglich sollte das britische Unterhaus bereits Mitte Dezember über das Abkommen abstimmen. Dies hatte May kurzfristig abgesagt.

© PR, tmay.co.uk Lesen Sie auch: Briten verschieben Brexit-Votum

Denn in vielen Flotten deutscher Airlines befinden sich in Großbritannien registrierte Maschinen. Mit einem harten Brexit würden diese ihre EASA-Zertifizierung verlieren und müssten am Boden bleiben. Es bedürfte anschließend entweder Zertifizierungen der amerikanischen FAA oder Sonderregelungen der EASA - beides gilt im Brüsseler Umfeld allerdings als "kostspielig".

Hinzu kommt, dass auch in Großbritannien durchgeführte Wartungen und Reparaturen von Flugzeugen mit europäischem AOC nicht mehr zulässig wären und zu "einem Verlust der Zulassung des betreffenden Flugzeugs führen" führen würden. "Deshalb ist es erforderlich, dass die Safety-Bestimmungen (inklusive Zulassungen und Zertifizierungen) in UK weiterhin durch die EASA reguliert werden."

Sowohl Großbritannien als auch die EU-27-Staaten pochen darauf, dass es den Briten als zukünftiges Nicht-EU-Mitglied möglich sein muss, die EASA als Zulassung- und Regulierungsbehörde in Anspruch nehmen zu können. Nur so könnten in Zukunft "doppelte Zertifizierungen (auch für Lieferketten) und Regulierungsdifferenzen zwischen Großbritannien und der EU vermieden werden".

EU will Rechtsunsicherheit nach hartem Brexit vermeiden

Weiterhin müssten nach einem Brexit - wie auch immer dieser ausgestaltet ist - sektorspezifische Regelungen ausgehandelt werden. Dazu gehören neben dem Block EASA beispielsweise auch die Bereiche Passagierrechte, Umwelt und Verkehrsrechte. Bereits jetzt hat Großbritannien mit der Schweiz oder auch den USA neue Luftverkehrsabkommen ausgehandelt.

Doch auch für den Fall eines ungeregelten Brexit herrscht im Luftverkehr nicht komplette Rechtsunsicherheit. Die Europäische Kommission hatte Ende Dezember vorgeschlagen, dass britischen Carriern bis zu dem Zeitpunkt eines Abschlusses eines bilateralen Luftverkehrsabkommens beziehungsweise bis spätestens März 2020 die erste bis vierte Freiheit gewährt wird. Damit wären Flüge zwischen EU und Großbritannien gesichert - britische Airlines dürften allerdings nicht innereuropäisch fliegen.

Zudem sollen Zulassungen der EASA nach dem Brexit-Tag nicht automatisch verfallen, sondern bis Januar 2020 aufrechterhalten werden. Über beides müssen Europäisches Parlament und Rat noch abstimmen. Wegen der Eilbedürftigkeit und der Klarheit der Texte sollte das Gesetzgebungsverfahren bis zum EU-Austritt zu schaffen sein, heißt es in Brüssel.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 19/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 19/2026
Interview Bratislava, © airliners.de/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/gemini-generated-image-ypeyaypeyaypeyay-rcs1vQ__square__360?v=1778664956","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ KI"},"caption":"Interview Bratislava"}

"Wir vergleichen uns in Bratislava nicht direkt mit dem Flughafen Wien"

Luftfahrt in Osteuropa (7) Der Flughafen Bratislava hat im vergangenen Jahr mit 2,43 Millionen Passagieren einen historischen Rekord aufgestellt – und erwartet für 2026 bereits rund vier Millionen Fluggäste. Wie ein gezieltes Anreizprogramm Ryanair und Wizz Air nach Bratislava lockten, erläutert Flughafen-Chef Dusan Novota im Interview mit airliners.de.

7 min
Ausgabe lesen
Ronald Wild, © Ronald Wild
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/ronaldwild-1-833kEj__square__242?v=1778665910","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Ronald Wild"},"caption":"Ronald Wild"}
Der Himmel ist am frühen Morgen über dem Industriepark Höchst eingefärbt. Erdöl, Kerosin, Betankung., © DPA/Andreas Arnold
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/5fb95600419e63cd-yYV5td__square__242?v=1778661195","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Andreas Arnold"},"caption":"Der Himmel ist am fr\u00fchen Morgen \u00fcber dem Industriepark H\u00f6chst eingef\u00e4rbt. Erd\u00f6l, Kerosin, Betankung."}
Standpunkte

Kerosin unter Druck: Ein Weckruf für den SAF-Markthochlauf

Eingemottete A330 der American Airlines in Roswell., © AirTeamImages.com/Ryan Patterson
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/purchased-bJ5tYL__square__242?v=1778625748","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 AirTeamImages.com\/ Ryan Patterson"},"caption":"Eingemottete A330 der American Airlines in Roswell."}
Schiene, Straße, Luft (120)

(Air-) Bus-Ersatzverkehr aus der Wüste

Friedrich Merz, © dts Nachrichtenagentur
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2025\/04\/dts-photo64228-dWk2F4__square__242?v=1744381775","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 dts Nachrichtenagentur"},"caption":"Friedrich Merz"}
Gedankenflüge

Strategie-Gedanken

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil