Boeing-Chef glaubt nicht an schnelle Wiederzulassung der 737 Max

30.05.2019 - 12:28 0 Kommentare

Boeing-Chef Dennis Muilenburg hat sich im US-Fernsehen für Versäumnisse bei der 737 Max entschuldigt. Zudem räumte er Fehler in der Kommunikation ein und nannte ein neues Datum: Das Grounding wird wohl erst Ende des Jahres wieder aufgehoben.

Dennis Muilenburg, Vorstandsvorsitzender von Boeing, spricht am 29. April 2019 während des jährlichen Aktionärstreffens im Field Museum für Naturkunde in Chicago. - © © dpa - Jim Young/Pool AP

Dennis Muilenburg, Vorstandsvorsitzender von Boeing, spricht am 29. April 2019 während des jährlichen Aktionärstreffens im Field Museum für Naturkunde in Chicago. © dpa /Jim Young/Pool AP

Der Vorstandsvorsitzende des US-Flugzeugbauers Boeing hat Verfehlungen des Unternehmens im Umgang mit dem Problem-Flugzeugtyp 737 Max eingeräumt.

Die Implementierung des Anstellwinkel-Disagree-Alarms im Stabilisierungssystem MCAS sei "ein Fehler" gewesen, sagte Dennis Muilenburg dem US-Fernsehsender CBS am Mittwoch in seinem ersten Interview seit Verhängung des Flugverbots für den Maschinentyp. "Unsere Kommunikation diesbezüglich war nicht, wie sie hätte sein sollen", fügte er hinzu.

Dabei gibt es auch eine neue Zeitschiene für die Wiederzulassung. Muilenberg sagte laut CBS, er glaube dass die 737 Max bis Ende des Jahres wieder abheben könne, eventuell auch früher (4:50). Bislang hatte es geheißen, der Flugzeugtyp werde wohl bereits zum August wieder fliegen.

Boeing, Lesen Sie auch: Boeing läuft bei 737 Max die Zeit davon

Boeing aktualisierte die Software, noch fehlt aber die Wiederzulassung. Ein Treffen von Luftaufsichtsbehörden weltweit hatte vergangene Woche kein Ergebnis gebracht. Der Boeing-Chef sprach am selben Tag bei einer Analystenveranstaltung in New York von "deutlichen und stetigen Fortschritten" bei der 737 Max und "positiven Signalen" der FAA. Die US-Luftfahrtbehörde hält sich indes bedeckt, was den Zeitplan einer möglichen Wiederzulassung der Jets angeht.

Boeing wusste seit mehr als einem Jahr von Problemen mit dem Anstellwinkel-Alarm des MCAS, informierte aber nicht die US-Luftfahrtbehörde FAA. Muilenburg entschuldigte sich nun bei den Familien der Opfer, bekräftigte aber gleichzeitig sein Vertrauen in die 737 Max. "Wir sind überzeugt von der grundsätzlichen Sicherheit des Flugzeuges", sagte der Boeing-Chef.

Für Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max war im März ein weltweites Flugverbot verhängt worden, nachdem innerhalb von fünf Monaten zwei Maschinen dieses Typs unter ähnlichen Umständen abgestürzt waren. Bei den Unglücken im Oktober in Indonesien und im März in Äthiopien kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben.

In beiden Fällen steht das speziell für die Boeing 737 Max entwickelte Stabilisierungssystem MCAS im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

Von: dh mit AFP
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