Im Warten auf neue Boeing-Langstreckenmaschinen ist Lufthansa leid geprüft. Die Boeing 777-9 kommt mit fünf Jahren Verspätung – frühestens 2025. Ein kleines Stückchen Linderung konnte sich die Airline am vergangenen Freitag verschaffen. Mit nur einem Jahr Verspätung präsentierte der Kranich im Airbus-A380-Hangar im Süden des Frankfurter Flughafens ihre erste Boeing 787-9.
Für Lufthansa ist es die erste Einflottung eines neuen Langstreckentyps seit dem ersten Airbus A350 im Jahr 2016. Die letzte Übernahme eines neuen Boeing-Musters ist sogar schon zehn Jahre her. Die erste Boeing 747-8 hatte der Konzern im Jahr 2012 übernommen, damals als Launch-Customer, wie Konzernchef Carsten Spohr vor geladenen Journalisten und dem anwesenden Boeing-Commercial-Chef Chef Stan A. Deal hervorhebt.
Lufthansa sei in der Vergangenheit oft Erstkundin von erfolgreichen Boeing-Modellen gewesen. Eine Spitze gegen Deal kann sich der Lufthansa-Chef dann doch nicht verkneifen. "Wir sind auch Erstkundin für die Boeing 777X, wann auch immer sie fertig sein und nach Frankfurt kommen wird", so Spohr, der vor einem Jahr an gleicher Stelle bereits stolz eine Testmaschine der Amerikaner in Frankfurt präsentiert hatte.
Lufthansa hat 20 der neuen Boeing "Triple-Seven" mit den Knickflügeln bestellt, die eigentlich schon ab 2020 zur Flotte stoßen sollten. Die technischen Herausforderungen sind aber noch immer nicht gelöst.
Derlei Probleme hat Boeing aber auch mit deutlich älteren Flugzeugen, womit wir wieder bei der Boeing 787 sind, die zuletzt monatelang nicht ausgeliefert werden durfte, weshalb Lufthansa sogar ein Jahr auf ihre ersten "Dreamliner" warten musste.
Lufthansa ist bei weitem kein 787-Erstkunde
Dabei ist Boeings "Dreamliner" keine neues Flugzeug. Ihren kommerziellen Erstflug absolvierte die Maschine am 26. Oktober 2011. Dennoch ist die 787 neben dem Airbus A350 noch immer eines der effizientesten Langstreckenmaschine am Markt.