Umweltverbände kritisieren Luftfahrtstrategie der Bundesregierung, © Adobe Stock/i_moppet
Flugzeug über Blumenfeld. © Adobe Stock / i_moppet
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Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), der Umweltverband Germanwatch und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) haben in einer gemeinsamen Stellungnahme den Entwurf der neuen Nationalen Luftfahrtstrategie kritisiert.

Kern der Kritik: Der Strategieentwurf ordne Klimaschutz und den Schutz vor Fluglärm der industrie- und wachstumspolitischen Logik der Luftfahrtbranche unter. "Deutschland braucht keine Luftfahrtpolitik, die fast ausschließlich auf Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Entlastung der Wirtschaft setzt", erklärte Werner Kindsmüller, Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Eine zukunftsfähige Strategie müsse Klima-, Gesundheits- und Mobilitätsinteressen gleichrangig berücksichtigen.

Konkret bemängeln die Verbände das Fehlen einer überzeugenden Einbettung des Luftverkehrs in eine gesamthafte Mobilitätsstrategie. Potenziale zur Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene blieben im Entwurf weitgehend unberücksichtigt. Auch die Frage, wie ein wachsender Luftverkehr mit deutschen und europäischen Klimazielen vereinbar sein soll, bleibe unbeantwortet.

Darüber hinaus fordert die BVF eine stärkere Ausrichtung an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation beim Thema Fluglärm, verbindliche Lärmschutzstrategien sowie wirksamen Nachtflugschutz. Technologische Innovationen allein seien nicht ausreichend, um die Zielkonflikte des Luftverkehrs zu lösen – zusätzlich seien Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung und zur Reduktion vermeidbarer Flüge notwendig.

Branche sieht den Entwurf anders

Die Luftfahrtbranche bewertet denselben Strategieentwurf aus einer gegensätzlichen Perspektive – und kritisiert ihn ebenfalls, allerdings aus anderen Gründen.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bezeichnet den Entwurf als Sachstandsbericht ohne klare Priorisierung und Zeitplan. Konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Luftverkehrsstandorts fehlten.

Der BDL fordert eine Halbierung der regulatorischen Belastungen um mindestens zwei Milliarden Euro – vorrangig durch die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer. Die staatlichen Belastungen für den Luftverkehr ab Deutschland seien allein 2025 auf rund 4,7 Milliarden Euro gestiegen.

Ryanair geht noch weiter und droht mit Kapazitätsabzug: Die Airline bezeichnet den deutschen Luftverkehr als Schlusslicht in Europa. Das Passagieraufkommen liege weiterhin bei nur 89 Prozent des Vorkrisenniveaus. Den Abzug aller sieben am Berliner Flughafen BER stationierten Flugzeuge zum Winterflugplan 2026 hat die Fluggesellschaft bereits angekündigt.

Der Flughafenverband ADV hingegen begrüßt den Entwurf und wertet das klare Signal zu 24/7-Betriebszeiten sowie den Bestandsschutz bestehender Betriebsregelungen als Erfolg.

Die Bundesregierung plant, die Luftfahrtstrategie zur Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) Mitte Juni in finaler Form vorzulegen. In der kommenden Woche diskutiert der Bundestag über eine Absenkung der Luftverkehrsteuer – ein Vorhaben, das die Umweltverbände als weiteres Signal in die falsche Richtung werten dürften.

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Donald Trump., © DPA/Mark Schiefelbein
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Strategisch gedacht – und andere Denkfehler

Gedankenflüge Die Bundesregierung legt ihre Nationale Luftfahrtstrategie vor – und die Branche fordert prompt das Falsche. Boeing plant derweil einen Konkurrenten für ein Airbus-Flugzeug, das beim Markteintritt womöglich längst überholt ist. Und Donald Trump zeigt, dass Bestellzahlen offenbar dehnbar sind. Die Gedankenflüge über das weniger Offensichtliche hinter den Meldungen der Woche.

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Lufthansa Group gründet Accessibility Customer Advisory Committee zur Weiterentwicklung der Angebote und Services für Reisende mit Behinderungen und Beeinträchtigungen., © Lufthansa Group
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Ein kleiner Park lädt zum Verweilen und für Fotos ein., © airliners.de/Andreas Sebayang
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Luftfracht auf Rollwagen am Flughafen, © Adobe Stock/airliners.de
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