Ahmet Olmuştur, seit April Chef von Turkish Airlines, hat im Gespräch mit dem Magazin "Forbes" erstmals Details zur neuen Kabinengeneration der Airline bekannt gegeben. Die neue "Crystal Business Class Suite" ist die erste Turkish-Airlines-Suite mit vollständig schließbarer Tür, elektronisch gesteuertem Sichtschutz und einem Tisch im Marmordesign mit kabelloser Ladefunktion.
Die Einführung beginnt den Angaben zufolge Anfang 2027 auf neu ausgelieferten Airbus-A350-Maschinen und wird schrittweise auf die Boeing-777-Flotte sowie weitere Typen ausgeweitet.
Durch die Kabinenumbauten soll die Business-Class-Kapazität pro Maschine um mehr als 10 Prozent steigen, die Gesamtsitzzahl um mehr als 12 Prozent.
Premium Economy ab 2028 in Prüfung
Darüber hinaus evaluiert Turkish Airlines die Einführung einer Premium-Economy-Kabine auf Langstreckenflugzeugen ab 2028. Rund acht bis neun Prozent der heutigen Economy-Kapazität könnten dafür umgewidmet werden.
Eigenen Untersuchungen zufolge sind rund zwei Drittel der Passagiere auf Langstreckenflügen bereit, für mehr Beinfreiheit und Komfort einen Aufpreis zu zahlen.
Flottenwachstum
Olmuştur bestätigte zudem die Langfriststrategie bis 2033 mit einer Zielflotte von mehr als 800 Flugzeugen, einem Jahresumsatz von über 50 Milliarden US-Dollar (rund 44 Milliarden Euro) und 345 Zielen weltweit. Für 2026 bis 2036 plant Turkish Airlines 420 Auslieferungen – ohne Leasingflugzeuge.
2026 sollen zehn Maschinen übernommen werden, 2027 sind es 28. Das erste Exemplar des Airbus A350-1000 wird nach Verzögerungen im dritten Quartal 2027 erwartet; bis 2030 sollen bis zu 15 dieser Maschinen in der Flotte sein. Mit dem A350-1000 will Turkish Airlines ab 2028 auch Nonstopflüge nach Australien aufnehmen.
Der Iran-Krieg hat das Streckennetz spürbar verändert: Im Nahen Osten hat die Airline die Frequenz um rund 30 Prozent reduziert und Kapazität in stärkere Märkte umgeleitet.
Drei Prozent der Amerika-Kapazität wanderte in den Fernen Osten, wo die Nachfrage stärker als erwartet ausgefallen ist. Kurzfristig auf der Agenda als neue Ziele stehen Chengdu, Minneapolis, Orlando und Philadelphia.