Nahostkonflikt bremst Wachstum von Turkish Airlines, © Turkish Airlines
Boeing 787 von Turkish Airlines rollt am Flughafen Istanbul über das Vorfeld. : Weiße Turkish Airlines Boeing 787 beim Rollen auf dem Vorfeld des Flughafens Istanbul (IST). Deutlich sichtbar: rotes Heck mit Logo, große Triebwerke, ausgefahrenes Fahrwerk und ein hoher, geschwungener Kontrollturm im Hintergrund unter bewölktem Himmel. Vorfeld und entfernte Gebäude sind erkennbar. © Turkish Airlines
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/03\/turkish-airlines-dreamliner-02-uF2zdQ__wide__824?v=1773838579","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Turkish Airlines"},"caption":"Boeing 787 von Turkish Airlines rollt am Flughafen Istanbul \u00fcber das Vorfeld.: Wei\u00dfe Turkish Airlines Boeing 787 beim Rollen auf dem Vorfeld des Flughafens Istanbul (IST). Deutlich sichtbar: rotes Heck mit Logo, gro\u00dfe Triebwerke, ausgefahrenes Fahrwerk und ein hoher, geschwungener Kontrollturm im Hintergrund unter bew\u00f6lktem Himmel. Vorfeld und entfernte Geb\u00e4ude sind erkennbar."}

Turkish Airlines erwartet für 2026 ein weitgehend stagnierendes Kapazitätswachstum. Der Nahostkonflikt habe die Wachstumspläne der türkischen Fluggesellschaft vorerst gestoppt, sagte Verwaltungsratschef Murat Seker am Rande der IATA-Jahrestagung in Rio de Janeiro dem Fachportal "CH-Aviation".

Die Fluggesellschaft habe rund sechs Prozent ihrer Kapazitäten in den von dem Konflikt betroffenen Regionen gestrichen, hieß es weiter. Für das laufende Jahr rechnet Seker daher entweder mit einer Stagnation oder einem Wachstum von ein bis zwei Prozent. Ab 2027 soll die Airline wieder zum geplanten jährlichen Kapazitätsaufbau von sieben bis acht Prozent zurückkehren – so die bisherige Strategie bis 2028. Für die Jahre danach sei ein jährliches Wachstum von fünf bis sechs Prozent vorgesehen.

Trotz der Einschnitte hatte Turkish Airlines im März und April deutliche Ertragsgewinne erzielt. Die Fluggesellschaft habe kurzfristig stark steigende Nachfrage von Reisenden aufgenommen, die die Golfhubs nicht mehr nutzen konnten. Die frei gewordenen Kapazitäten seien produktiv umgeleitet worden: Die Flüge nach Fernost hätten um rund 20 Prozent zugelegt, nach Afrika um fünf bis sieben Prozent und nach Europa um vier bis fünf Prozent – jeweils gegenüber dem ursprünglichen Plan.

Die durchschnittlichen Erlöse pro Sitzplatz seien in diesen zwei Monaten um mehr als zehn Prozent gestiegen, sagte Seker. Ob der Nachfragezuwachs dauerhaft anhalte, sei noch offen. Falls die zusätzliche Nachfrage aus Afrika, Fernost und dem GUS-Raum bis 2027 stabil bleibe, sehe er gute Chancen, dauerhaft Marktanteile zu gewinnen.

Flotte wächst planmäßig

An der Flottenentwicklung hält Turkish Airlines fest. Bis 2033 soll die Flotte auf rund 600 Maschinen anwachsen. Hinzu kämen 150 bis 200 Schmalrumpfflugzeuge der neuen Generation für die Tochtergesellschaft Ajet. Derzeit betreibt die Muttergesellschaft 457 Passagierflugzeuge, darunter 63, die noch für Ajet eingesetzt werden. Die eigene Ajet-Flotte umfasst 57 Maschinen.

Das Wachstum stützt sich auf ein umfangreiches Auftragsbuch: 186 Airbus A321 Neo, 56 Airbus A350-900, 15 Airbus A350-1000 (erste Lieferung Juli 2027), 38 Boeing 787-9, 15 Boeing 787-10 (ab 2030) sowie fünf Airbus A350F.

Noch nicht abgeschlossen ist ein Auftrag über rund 100 Boeing 737 Max. Die Verhandlungen liefen noch, berichtete airliners.de bereits im September 2025 – die Wahl des Triebwerks sei der offene Punkt. Zudem prüft die Airline den Einstieg in den Regionaljet-Markt, ohne dass bisher eine Entscheidung gefallen sei.

Leasingstrategie und Beteiligungen

Neben den Direktbestellungen bei Herstellern setzt Turkish Airlines auf Dry-Lease-Verträge – überwiegend für Ajet, teils für die Muttergesellschaft. Bestehende Verträge liefen größtenteils bis Ende 2027. Danach bestehe keine Eile, neue Verträge abzuschließen, da das Angebot an Leasingflugzeugen groß sei, erklärte Seker. Mittelfristig strebe die Gruppe ein Verhältnis von 70 Prozent eigenen zu 30 Prozent geleasten Maschinen an.

Auf Beteiligungsebene erwartet Seker die abschließende Genehmigung der Europäischen Kommission für den geplanten Einstieg bei Air Europa – 20 Prozent der Anteile sollen übernommen werden – bis September. Die Beteiligung solle den Zugang zum Amerika-Netzwerk der spanischen Fluggesellschaft verbessern, den Turkish Airlines mit eigenen Kapazitäten nicht vollständig abdecken könne.

Für Ultra-Langstrecken – unter anderem nach Australien und in die Amerikas – sollen die künftigen Airbus A350-1000 eingesetzt werden. Weitere Beteiligungen und Kooperationen schließt Seker nicht aus, bevorzuge aber Joint Ventures mit mittelgroßen bis großen Partnerfluggesellschaften gegenüber vollständigen Übernahmen.

Verlinkungen anzeigen

Hier finden Abonnenten Links zu Quellen und weiterführenden Informationen. Jetzt airliners+ testen

Sie haben schon einen Zugang? Hier anmelden

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 24/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 24/2026
Ein Airbus A380 der Emirates und eine Boeing 747 der Lufthansa auf der ILA Berlin Air Show 2014., © airliners.de/Gunnar Kruse
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2015\/12\/flugzeuge_94fa798088232ead9ce5125e55e4d878__square__360?v=1449470623","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ Gunnar Kruse"},"caption":"Ein Airbus A380 der Emirates und eine Boeing 747 der Lufthansa auf der ILA Berlin Air Show 2014."}

Emirates, Berlin und die Politik des Schutzreflexes

Standpunkte Lufthansa verteidigt ihre Drehkreuze – und schadet dabei nicht nur dem Standort Berlin. Was dahintersteckt und warum die DLR-Zahlen das Eigentor sichtbar machen, analysiert Linus Benjamin Bauer.

9 min
Ausgabe lesen
Campbell Wilson, © Air India
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2023\/06\/img-209431-campbellwilson-Y3JYl9__square__242?v=1688032972","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Air India"},"caption":"Campbell Wilson"}
Warten auf den Flieger nach Haneda, © Privat/Andreas Sebayang
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/img-1900-iLEAS5__square__242?v=1781624089","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Privat\/ Andreas Sebayang"},"caption":"Warten auf den Flieger nach Haneda"}
Digital Passenger (89)

Wenn eine Airline aktiv bei der Entschädigung hilft

Osterhase am Hals: Condor-Uniform mit Hasenfell?, © airliners.de/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/gemini-generated-image-pju5xnpju5xnpju5-kIzeGm__square__242?v=1781685862","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/KI"},"caption":"Osterhase am Hals: Condor-Uniform mit Hasenfell?"}
Gedankenflüge

Condor-Nebelkerzen-Gedanken

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil