Sun Express: Ein Rekordjahr und ambitionierte Ziele, © Sun Express/DPA
Sun-Express-Chef Max Kownatzki steht in einem Flugzeug. © Sun Express/DPA
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Bei einer Pressekonferenz am Flughafen Frankfurt hat Sun-Express-CEO Max Kownatzki die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres präsentiert und einen Überblick auf das aktuelle Jahr und die Ziele der Airline gegeben.

Zunächst ging es rückblickend für 2024 um das Thema Finanzen. Dabei erklärte der CEO, dass Sun Express die Insolvenz des Reiseveranstalter FTI und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Airline nahezu "überkompensiert" habe. Auch was die Auslieferungsverzögerungen bei Boeing betrifft erklärte Kownatzki, dass man im vergangenen Jahr alle Lücken habe schließen können.

Zudem zeigte sich der Airline-Chef auch weiterhin von der jüngsten Generation der Boeing 737 überzeugt: "Die Max 8 ist toll."

Beim Blick auf die Flotte rechnet Sun Express mit 85 Maschinen für das aktuelle Jahr im Vergleich zu 77 Maschinen im vergangenen Jahr. Von den 85 Jets gehören demnach 77 Sun Express selbst, während die restlichen acht (darunter auch Airbus A320) Teil von Wet-Lease-Vereinbarungen sind.

Bis 2035 sei zudem eine Flottengröße von 166 Jets angepeilt, so die Airline.

Mit Blick auf geopolitische Spannungen, besonders im Sun-Express-Heimatland Türkei, zeigte sich Kownatzki gelassen. Während die jüngsten Proteste in der Türkei "0,0 Prozent" Einfluss auf die Buchungslage hätten, seien auch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sehr gering. Lediglich die angespannte Lage im Nahen Osten ist laut dem Sun-Express-CEO durch den Wegfall von Routen wie nach Israel oder in den Libanon spürbar.

Vielmehr machen dem Airline-Chef – wenn überhaupt – eher die US-Politik und -Zölle Sorgen. Doch trotz aller aktueller und vergangener Krisen zum Trotz, ist Sun Express im Schnitt um zehn bis 15 Prozent jährlich gewachsen, wie Kownatzki erklärte.

Großbritannien mit enormem Wachstum

Zudem wurde erstmals auch das erwirtschaftete Ebit verraten: Waren es 2023 etwa 187 Millionen Euro, stieg dieser im vergangenen Jahr auf über 195 Millionen Euro an.

Überhaupt präsentierte das Joint Venture von Lufthansa und Turkish Airlines erneut ein deutliches Wachstum im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr. Die Passagierzahlen nahmen demnach von 12,6 auf rund 15 Millionen zu, der Sitzladefaktor stieg leicht um einen Punkt auf 86 Prozent, die ASK (Available Seat Kilometers) stiegen deutlich von 146 auf 176 Prozent. Den Umsatz konnte Sun Express um gut 23 Prozent steigern – von 1,8 Milliarden 2023 auf 2,2 Milliarden 2024.

Auch mit den Vorausbuchungen für 2025 zeigte sich Kownatzki zufrieden – mit einer Zunahme von 20 Prozent gegenüber 2024.

Während die DACH-Region mit allein 8,6 Millionen Passagieren 2024 weiterhin der wichtigste Markt für Sun Express bleibt, ist der größte Wachstumsmarkt der Airline Großbritannien. Seit die Fluglinie in den britischen Markt im Jahr 2022 eingestiegen ist, konnte Sun Express allein bei den Sitzplätzen eine Steigerung von 366 Prozent gegenüber dem ersten Jahr verzeichnen.

Ambitionierte Ziele für 2025

Insgesamt war für Sun Express das vergangene Jahr ein Rekordjahr, wie der CEO betonte – mit dem größten Netzwerkausbau in der Geschichte des Unternehmens.

Für 2024 hatte Sun Express insgesamt 28 neue Routen ins Sommerprogramm aufgenommen, sowie 16 neue Strecken in der vergangenen Wintersaison. Für 2025 sind allein ab Deutschland sechs neue Strecken geplant. So geht es etwa neu von Düsseldorf nach Bursa und Erzurum, ab Köln/Bonn nach Edremit, Ordu-Giresun sowie ebenfalls nach Erzurum und von Hannover neu nach Kayseri.

Insgesamt soll es zudem ab dem DACH-Raum noch häufiger in Richtung Antalya gehen.

Auch bei den Partnerschaften plant die Airline einen Ausbau. Neben den bestehenden Partnerschaften etwa mit South African Airways, Ajet und dem Ausbau der Air-Cairo-Partnerschaft, ist auch eine Kooperation mit der bulgarischen Electra Airways geplant. Und noch vor der diesjährigen Sommersaison soll außerdem die geplante Partnerschaft, inklusive Codeshare, mit Eurowings starten.

Für das aktuelle Jahr nannte Max Kownatzki mehrere Ziele, die er mit seiner Fluglinie erreichen möchte. Bei den Passagierzahlen peilt Sun Express die 16,8-Millionen-Marke an, die Sitzkapazität soll um zehn Prozent gegenüber 2024 zunehmen und die ASK auf 191 Prozent wachsen (was etwa einer Verdopplung gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 entspräche).

Insgesamt kann Sun Express ein großes Wachstum in der Nebensaison beobachten – besonders im Frühjahr und Herbst. Hier sieht die Airline auch noch weiteres Potenzial mit einer "Entsaisonalisierung", wie Kownatzki es nannte.

Der CEO schließt sich zudem der allgemeinen Kritik aus der Branche mit Blick auf die gestiegenen Gebühren und Kosten vor allem in Westeuropa an. Das übe Druck auf die gesamte Branche aus. Im Schnitt habe Sun Express eine Gebührensteigerung von gut 20 Prozent auf der von ihr bedienten Strecken verzeichnet. Das mache sich auch bei den Ticketpreisen bemerkbar, so Kownatzki.

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TGV (links) und ICE einträchtig im Pariser Gare de l'Est. Aufgenommen 2017 bei der Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Bahnverbindung Frankfurt/Stuttgart-Paris., © Rietig
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Frankreich zieht nach: "Train gelöscht"

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Passagiere stehen am Münchner Flughafen an einem Check-In Schalter., © DPA/Sven Hoppe
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