Der Konflikt mit dem weltgrößten Flugzeugleasingunternehmen hatte Spirit in die zweite Insolvenz getrieben. Ende August kündigte Aercap überraschend die Leasingverträge für 36 neue Airbus-A320-Neo-Familie-Jets, die zwischen 2027 und 2028 an Spirit ausgeliefert werden sollten. Zudem reklamierte das Unternehmen einen Zahlungsausfall bei den Leasingverträgen für 37 bereits in Betrieb befindliche Flugzeuge.
Aercap erhält ungesicherte Forderung
Im Rahmen der Einigung lehnt Spirit 27 der 37 bestehenden Leasingverträge ab. Aercap darf 9,7 Millionen Dollar an Sicherheitseinlagen behalten, die Spirit für die annullierten Flugzeug-Leasingverträge hinterlegt hatte. Das irische Leasingunternehmen erhält zudem eine ungesicherte Forderung in Höhe von bis zu 572 Millionen Dollar gegen Spirit. Unklar ist noch, wie viel davon tatsächlich eingetrieben werden kann.
Spirit verzichtet auf alle Rechte an den 36 noch nicht ausgelieferten Jets. Stattdessen unterzeichnet die Airline neue Leasingverträge mit Aercap für 30 neue Airbus-A320- oder -A321-Flugzeuge, deren Auslieferung gleichmäßig auf die Jahre 2027, 2028 und 2029 verteilt wird. Aercap investiert im Gegenzug 150 Millionen Dollar in die insolvente Fluggesellschaft.
Massive Verkleinerung geplant
Das Gericht genehmigte zudem eine Insolvenzfinanzierung in Höhe von bis zu 475 Millionen Dollar durch bestehende Anleihegläubiger. Davon stehen Spirit 200 Millionen Dollar sofort zur Verfügung. Spirit erklärte, die Vereinbarung ermögliche es, die Betriebskosten um Hunderte Millionen Dollar zu senken.
Die Airline plant einen drastischen Flottenabbau. Ab 1. Dezember werden rund 1800 Flugbegleiter beurlaubt, etwa ein Drittel der Kabinenbesatzung. Die Flotte soll von derzeit 214 Flugzeugen um fast 100 Maschinen verkleinert werden, also um nahezu die Hälfte. Weitere Informationen zur Entwicklung der US-Billigairline finden sich hier.