Ryanair bietet im Sommer 2027 vorerst keine Flüge von den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden an. Gespräche über eine Wiederaufnahme seien für den Sommerflugplan des kommenden Jahres ohne Einigung beendet worden, bestätigten die Airline und die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG). Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Ob Ryanair im Winter 2027/28 zurückkehrt, ist offen. Die Airline teilte mit, sie sei weiter im Gespräch über mögliche Flüge in dieser Zeit. Konkrete Ziele oder Zusagen gebe es aber nicht.
Für die gescheiterten Verhandlungen machen beide Seiten vor allem die Kosten am Standort verantwortlich. Die MFAG erklärte, sie sei mit ihrem Angebot wirtschaftlich "bis an ihre Grenze" gegangen. Für eine Airline seien aber auch staatlich bestimmte Kosten und Luftsicherheitskosten entscheidend, auf die ein Flughafenbetreiber keinen oder nur begrenzten Einfluss habe. Insgesamt seien die Konditionen nicht wettbewerbsfähig genug gewesen, um Ryanair für 2027 zu gewinnen.
Ein Ryanair-Sprecher verwies unter anderem auf die deutsche Luftverkehrsteuer. Sie beträgt bei Flügen innerhalb Europas rund 13 Euro je Passagier und wird beim Abflug von einem deutschen Flughafen fällig. Hinzu kämen hohe Sicherheits- und Flughafenentgelte. Bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 46 Euro im europäischen Streckennetz sei das Gesamtpaket zu teuer.
Ryanair will Deutschland-Angebot schrittweise reduzieren
Ryanair erklärte, das Angebot im deutschen Markt wegen der Kosten schrittweise reduzieren zu wollen. Die MFAG bedauerte die Entscheidung und erklärte, sie wolle weiter um Ryanair und andere Fluggesellschaften werben. Ziel müsse sein, die Standortkosten für den Luftverkehr in Deutschland deutlich zu senken.
Bis März 2025 hatte Ryanair Leipzig/Halle mit London und Dresden mit Mallorca verbunden.
Die wirtschaftliche Lage der Betreibergesellschaft hatte sich zuletzt verbessert. Die MFAG hatte 2025 nach Jahren mit hohen Verlusten einen Überschuss von 10,5 Millionen Euro erzielt. Die Sanierung schloss sie nach eigenen Angaben im Juli früher als geplant ab, die Finanzierung sei bis 2038 gesichert.