Die portugiesische Regierung wird Insidern zufolge am Mittwoch über den Käufer für einen Anteil von 44,9 Prozent an der staatlichen Fluggesellschaft Tap Air Portugal entscheiden. Zur Wahl stehen Air France-KLM und Lufthansa.
Portugal werde den Käufer sehr bald auswählen, sagte der Staatssekretär für Infrastruktur, Hugo Espirito Santo, auf dem World Aviation Festival in Lissabon. "Wir nähern uns sehr, sehr schnell dem Abschluss dieses Prozesses", sagte er vor den Teilnehmern der Konferenz. "Sehr bald werden wir unsere Entscheidung bekanntgeben, ein zentraler Pfeiler für die Zukunft der Luftfahrt im Land."
Einen Zeitpunkt für die Bekanntgabe nannte er nicht. Das portugiesische Kabinett tagt üblicherweise donnerstags, kann aber jederzeit zusammentreten und eine Entscheidung treffen.
Als idealen Käufer beschrieb der Staatssekretär einen Partner, der Größe, Investitionskraft und internationale Reichweite mitbringe, um die Wettbewerbsfähigkeit der Airline zu stärken. Air France-KLM und Lufthansa hatten Ende September verbesserte endgültige Angebote für den Anteil abgegeben.
Slots, Auflagen und Lissabons Flughafenpläne
Größter Anreiz bei Tap sind die Slots für Verbindungen von Lissabon nach Brasilien, in das portugiesischsprachige Afrika und in die USA.
Die Regierung verlangt vom künftigen Partner, den Betrieb und die Anbindung im gesamten portugiesischen Flughafennetz auszubauen. Das gilt nicht nur für das Drehkreuz Lissabon, sondern auch für Porto, Faro sowie die Azoren und Madeira.
Tamur Goudarzi-Pour, der für Strategie zuständige Executive Vice President der Lufthansa Group, wollte sich bei der Veranstaltung nicht zur Tap-Privatisierung äußern. Gegenüber Journalisten begrüßte er die Pläne Portugals, den bestehenden Flughafen von Lissabon zu erweitern und einen neuen zu bauen. Zusätzliche Kapazität sei entscheidend, um künftiges Wachstum zu stützen, sagte er.
Die Regierung hatte den Flughafenbetreiber ANA, der zum französischen Konzern Vinci gehört, im Januar 2025 aufgefordert, bis Januar 2028 einen formellen Vorschlag für Bau und Betrieb eines neuen internationalen Flughafens in der Region Lissabon vorzulegen. Das soll ohne Kosten für den Staat geschehen. Der Flughafen soll in Alcochete entstehen, rund 40 Kilometer östlich von Lissabon. Er sollte zunächst bis zu neun Milliarden Euro kosten und 2034 den Betrieb aufnehmen.
