Wegen Personalmangels hat Easyjet einen Teil des Flugprogramms an der Basis Berlin gestrichen. Betroffen sind bis Ende August täglich zwölf Flüge von und zum BER.
Es bleiben dann noch etwa 100 Flüge am Tag. Zuerst hatte die "Märkische Allgemeine" darüber berichtet. In Summe würden damit mehr als 1000 Flüge dem Rotstift zum Opfer fallen.
Easyjet nannte am Freitag ein schwieriges operatives Umfeld und einen überdurchschnittlich hohen Krankenstand der Besatzung als Grund für die Streichungen. Die Betroffenen könnten umbuchen oder eine Rückerstattung erhalten, hieß es.
Weil die Passagiere schneller zurückkommen als gedacht, steckt die Luftverkehrsbranche in Schwierigkeiten. Airlines hatten in der Corona-Pandemie Personal abgebaut, das ihnen jetzt fehlt, sei es an der Passagierkontrolle, in der Flugzeugabfertigung oder in der Kabine. Auch Lufthansa und die Konzerntochter Eurowings haben Hunderte Flüge allein im Juli gestrichen.
Basisreduzierung und Tarifkonflikt
Besonders an der Situation der Easyjet in Berlin ist, dass die Airline hier eigentlich zu viel Personal hat. Easyjet will ab dem Winter nur noch elf statt 18 Flugzeuge am BER stationieren. Von den rund 800 Flugbegleitern und Piloten sollen daher "unter Umständen" rund 275 gehen. Hintergrund seien die "hohen und steigenden" Flughafengebühren sowie eine schwächer als erwartet ausfallende Erholung der Nachfrage nach der Corona-Krise in Deutschland, wie Easyjet Ende Mai mitteilte.
Derweil hatte ein Warnstreik der Easyjet-Flugbegleiter am Hauptstadtflughafen am Freitag bereits zu Verzögerungen und Ausfällen geführt. Nach Angaben von Easyjet strich die Airline rund 20 von 130 Flügen an dem Tag.
Verdi wollte mit der Aktion neue Verhandlungen um einen Tarifvertrag erzwingen. Hintergrund ist die laufende Tarifrunde für das Kabinenpersonal. Verdi fordert mindestes fünf Prozent höhere Vergütungen sowie eine Einmalzahlung bei einer Laufzeit bis Ende dieses Jahres.