Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet nicht mit Kerosinengpässen in Europa im Sommer, warnt aber vor Druck auf die Unternehmensgewinne. "Unsere Gewinne könnten in den nächsten zwölf Monaten unter einem gewissen Druck stehen, wenn die Ölpreise länger hoch bleiben", sagte O'Leary am Donnerstag vor Journalisten. Die Jahreszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr will Ryanair am Montag vorlegen.
O'Leary geht davon aus, dass im Sommer keine Flüge gestrichen werden müssen. Auf Buchungen für Juni, Juli und August senkt Ryanair die Tarife um ein bis zwei Prozentpunkte, um die Nachfrage zu stimulieren.
Einen Preiskrieg in Europa erwartet O'Leary dennoch nicht, da Konkurrenten Kapazitäten kürzten oder langsamer wachsen als geplant.
Zögerliche Buchungslage
O'Leary beschrieb eine verhaltene Buchungslage bei längerem Vorlauf. Kurzfristige Buchungen seien stark und die Preise solide. Bei drei bis vier Monaten Vorlauf müsse Ryanair jedoch Preisanreize setzen.
Viele Reisende seien unsicher, ob sie Langstreckenflüge buchen sollen oder angesichts der Lage am Golf lieber europäische Ziele wie Portugal oder Spanien wählen.
Seine Einschätzung zur Kerosinversorgung hat O'Leary seit seiner Aussage vor zwei Wochen ausgeweitet: Damals sah er keine Engpässe bis Ende Juni, nun rechnet er damit für den gesamten Sommer – basierend auf der Annahme eines baldigen Kriegsendes.