Die Lufthansa Group hat im Juni ihre Option zum Erwerb weiterer 49 Prozent des Kapitals von Ita Airways ausgeübt. Der Kaufpreis für dieses zweite Anteilspaket liegt vertraglich bereits fest bei 325 Millionen Euro. Der Vollzug der Transaktion wird für das erste Quartal 2027 erwartet und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, insbesondere durch die Europäische Kommission und das US-amerikanische Justizministerium. Danach hält Lufthansa 90 Prozent an der früheren italienischen Staatsfluglinie.
Konzernchef Carsten Spohr zog bei der Halbjahrespressekonferenz eine positive Bilanz der bisherigen Integration. Vor 18 Monaten habe man den Kunden und Aktionären versprochen, mit Ita Airways "die schnellste aller Integrationen unserer Geschichte zu vollziehen", sagte Spohr. Dieses Versprechen habe der Konzern gehalten. Ita Airways sei heute mit ihrem Drehkreuz Rom fest als fünfte Netzwerk-Airline der Lufthansa Group etabliert, neben Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines.
Die Zahl der Codeshare-Passagiere sei in den vergangenen zwölf Monaten um 720 Prozent gestiegen, so Spohr. Seit Ita Airways in das Vielfliegerprogramm "Miles & More" gewechselt ist, habe sich zudem die Zahl der Statuskunden in Italien mehr als verdoppelt. Rund 300.000 neue Mitglieder seien hinzugekommen, davon 50.000 vormalige Vielflieger, die ihren früheren Volare-Status übertragen hätten.
Bei den Synergien liege der Konzern auf Kurs, um bis 2028 die kommunizierten 450 Millionen Euro pro Jahr zu erreichen.
Option bereits 2023 vereinbart
Lufthansa hält seit dem 17. Januar 2025 als Minderheitsgesellschafterin 41 Prozent an Ita Airways. Die Option zum Erwerb weiterer 49 Prozent war bereits beim Abschluss des Kaufvertrags mit dem italienischen Wirtschafts- und Finanzministerium im Juni 2023 vereinbart worden und jährlich wiederkehrend ausübbar. Verkäufer ist das Ministerium, das die verbleibenden zehn Prozent zunächst weiterhin hält. Ab 2028 kann Lufthansa nach eigenen Angaben auch diese letzte Tranche erwerben. Als Ausgleich für Wettbewerbsnachteile der Konkurrenz mussten Lufthansa und Ita Airways unter anderem Start- und Landerechte in Mailand und Rom abgeben.
Offen bleibt vorerst die kartellrechtliche Freistellung für das Transatlantic Joint Venture mit United Airlines und Air Canada. Diese sogenannte Antitrust Immunity aus den USA erwartet der Konzern für das erste Quartal 2027. "Es kostet uns jeden Tag, den wir dieses Joint Venture nicht haben", sagte Spohr. Bis zur Freigabe steht Ita Airways auf dem Nordatlantik weiterhin im Wettbewerb sowohl mit amerikanischen als auch mit europäischen Fluggesellschaften – eine Position, die sich mit dem Beitritt zum Bündnis deutlich verbessern würde.