Die Lufthansa will ihre Option zur Übernahme der Mehrheit an Ita Airways im Juni ausüben. Der Konzernanteil an der früheren italienischen Staatsfluglinie steigt damit von 41 auf 90 Prozent. Das kündigte Vorstandschef Carsten Spohr am Dienstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt an.
Das zweite Anteilspaket von 49 Prozent wird zu einem bereits vertraglich fixierten Kaufpreis von 325 Millionen Euro erworben. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen – insbesondere durch die Europäische Kommission und das US-amerikanische Department of Justice – und wird für das erste Quartal 2027 erwartet.
Danach soll Ita Airways nach Unternehmensangaben auch organisatorisch und finanziell vollständig in die Lufthansa Group integriert werden.
Spohr begründete die Entscheidung mit dem Tempo der bisherigen Integration. "Nach der Übernahme der ersten 41 Prozent-Tranche an Ita Airways im vergangenen Jahr haben wir die schnellste Airline-Integration unserer Geschichte versprochen", sagte er. Dieses Versprechen habe der Konzern nicht nur eingehalten, "sondern wir waren noch schneller". Alle kundenbezogenen Schnittstellen seien bereits integriert – mit Ausnahme der Nordatlantikflüge, für die die behördliche Freigabe noch ausstehe.
Fluggäste erleben Ita Airways laut Lufthansa bereits heute als integrierten Teil der Gruppe: mit einheitlichen Buchungs-, Vertriebs- und Tarifsystemen, dem Vielfliegerprogramm "Miles & More", der Star-Alliance-Mitgliedschaft sowie dem Zugang zu einem weltweiten Netz von Lounges. Auch im Frachtgeschäft schreitet die Integration voran: Lufthansa Cargo vermarktet seit dem vergangenen Jahr die Frachträume von Ita Airways.
Option seit 2023 vereinbart
Seit dem 17. Januar 2025 hält Lufthansa als Minderheitsgesellschafterin 41 Prozent an ITA Airways. Die Option zum Erwerb weiterer 49 Prozent war bereits beim Abschluss des Kaufvertrages mit dem italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen im Juni 2023 vereinbart worden und war jährlich wiederkehrend ausübbar.
Verkäufer ist das Ministerium, das die verbleibenden zehn Prozent der Anteile zunächst weiterhin hält. Ab 2028 kann Lufthansa nach eigenen Angaben auch diese letzte Tranche erwerben. Als Ausgleich für Wettbewerbsnachteile der Konkurrenz mussten Lufthansa und Ita Airways unter anderem Start- und Landerechte in Mailand und Rom abgeben.