Lufthansa setzt in Berlin auf Point-to-Point, © dpa/Robert Schlesinger
Lufthansa Passage-Vorstand Carsten Spohr und Lufthansa-Manager Josef Bogdanski (r) am 09.11.2011 in Berlin. © dpa / Robert Schlesinger
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Lufthansa setzt in Berlin auf Point-to-Point, © airliners.de
Lufthansa-Werbeaufsteller zu den neuen One-Way-Tarifen von und nach Berlin. © airliners.de
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Lufthansa setzt in Berlin auf Point-to-Point, © dpa/Robert Schlesinger
Carsten Spohr. © dpa / Robert Schlesinger
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Lufthansa setzt in Berlin auf Point-to-Point, © dpa/Robert Schlesinger
Lufthansa-Manager Josef Bogdanski gibt am Mittwoch (09.11.2011) in Berlin eine Pressekonferenz. © dpa / Robert Schlesinger
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Die Lufthansa stockt ihr Angebot von Berlin mit Eröffnung des Hauptstadtflughafens deutlich auf. Man werde künftig 38 statt bisher 8 Ziele aus Berlin direkt anfliegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Das Sitzplatzangebot wachse um 40 Prozent, die Zahl der Starts und Landungen um 35 Prozent.

Der neue Flughafen schaffe die Voraussetzung für weiteres Wachstum. "Wir setzen auf Berlin und sind entschlossen, am künftigen Kapazitätswachstum am Flughafen BER überproportional zu partizipieren», sagte Lufthansa-Passagevorstand Carsten Spohr. "Wir werden unsere Präsenz hier in einem Maße ausbauen, wie wir es noch nie an einem Flughafen gemacht haben."

Statt bisher neun Flugzeugen werde die Lufthansa mit Inbetriebnahme des neuen Flughafens in Berlin zum kommenden Sommerflugplan insgesamt 15 Maschinen in Berlin stationieren. Alle Konzernairlines zusammen sollen auf den Strecken von und nach Berlin insgesamt 35 Flugzeuge einsetzen.

Im Gegensatz zu Air Berlin will Lufthansa allerdings zunächst kein Drehkreutz in Berlin einrichten. Der Fokus liege zunächst auf Point-to-Point-Verbindungen, sagte Lufthansa-Vertriebsmanager Josef Bogdanski. Bogdanski hatte über die vergangenen Monate die Berlin-Strategie der Lufthansa erarbeitet.

Bei der engen Staffelung von Flugangeboten erwarte Lufthansa zwar bereits zur Inbetriebnahme auch rund zehn bis 15 Prozent Umsteiger in Berlin, ergänzte Spohr. Das reiche aber für ein echtes Drehkreuz am Standort noch nicht aus.

Gleiches gelte für Langstreckenverbindungen. Zunächst müsse ein "gesundes Europanetz entstehen", sagte Spohr im airliners.de-Interview am Rande der Pressekonferenz (s. Video). Man erwarte für Berlin eine ähnliche Entwicklung wie beispielsweise in Düsseldorf oder in München.

Spezielle One-Way-Tarife

Zugleich greift der deutsche Marktführer mit einem One-Way-Tarife ab 49 Euro für Europastrecken die Billigflieger und den Berliner Hauptkonkurrenten Air Berlin an. "Der Berliner Markt ist noch preisgetriebener als der deutsche Durchschnitt", sagte Bogdanski. Zudem sei das Aufkommen von Internet-Buchungen etwa doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Daher schaltet Lufthansa ab sofort für Berliner Internetnutzer eine spezielle Buchungsseite im Netz. frei.

Mehr noch als der Berliner Quellmarkt sei Berlin für die Lufthansa in erster Linie auch eine Incoming-Destination. Lufthansa werde die Touristen-Destination Berlin international und die günstigeren Einstiegstarife entsprechend dominant bewerben.

Um entsprechend konkurrenzfähig ab Berlin agieren zu können, will Lufthansa ihre Stückkosten am Standort um rund ein Drittel senken. Die Basis dafür seien die Stationierungen sehr neuer Flugzeuge einer homogenen Flotte der Airbus A320-Familie sowie sehr eng getacktete Umläufe. Durch einen Hangar-Neubau zur lokalen Wartung durch die Lufthansa Technik  sowie optimierte Umlaufpläne für Flugzeuge und Crews könne Lufthansa in Berlin von einem "Homebase-Konzept" profitieren.

Beitragen sollen auch das Berliner Kabinenpersonal: Es kommt von einem Germanwings-Partnerunternehmen und kostet den Angaben zufolge rund 20 Prozent weniger als etwa in Frankfurt oder München. Auch neu in Berlin stationierte Cockpitcrews würden entsprechend weniger verdienen. Die Bezahlung in Berlin liege laut Spohr aber über dem Niveau des lokalen Markts.

Mit der Pilotengewerkschaft Cockpit sei eine Einigung dazu erzielt worden, eine Zustimmung der Gewerkschaft der Flugbegleiter sei nicht notwendig gewesen, so Spohr. Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (UFO) hat Widerstand gegen die geplante Leiharbeit in Lufthansa-Flugzeugen ab Berlin angekündigt. 

Insgesamt will das Unternehmen die Zahl seiner Mitarbeiter in der Region von 3.500 auf 4.000 aufstocken. Für den Ausbau der Kapazitäten werden 130 Piloten und mehr als 200 Flugbegleiter benötigt. 170 neue Jobs sollen beim Bodenpersonal entstehen. Mit der Rekrutierung soll bereits im Dezember begonnen werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßte das Engagement der Lufthansa und freut sich über die neuen Arbeitsplätze. Die verstärkte Präsenz in Berlin sei ein wichtiger Schritt zur "immer besseren weltweiten Vernetzung Berlins". Jedes hier zusätzlich stationierte Flugzeug erzeugt auch neue Arbeitsplätze. Auch die Berliner Flughäfen begrüßten die heutigen Lufthansa-Ankündigungen. Die Ausweitung der Europaverbindungen ab Berlin sei ein wichtiges Signal im Hinblick auf die Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt im Juni 2012.

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