Die Lufthansa erwägt, in ihren Flugzeugen Economy-Reihen durch zusätzliche Reihen der Premium Economy zu ersetzen. Das sagte Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr bei der Vorstellung der Quartalszahlen vor Journalisten. Nach seinen Angaben führt die Lufthansa zudem sehr fortgeschrittene Gespräche mit Boeing, einen Teil der Boeing 787 mit größerer Business Class zu übernehmen.
Austrian Airlines bekommt die fünf für sie vorgesehenen Boeing 787 nach Spohrs Angaben dagegen zunächst nicht.
Die Premium Economy sei sehr erfolgreich, sagte Spohr. Das Gleiche prüfe die Lufthansa auch für die Business Class, wo der Umbau allerdings deutlich aufwendiger sei. Die Gruppe setze die Boeing 787 teilweise auf Strecken ein, die für die Boeing 777X oder die Airbus A350-1000 vorgesehen waren. Dort sei die Business Class im Verhältnis zur Nachfrage teils zu klein. Mit dem potenziellen Zugang von Maschinen mit größerer Business Class flögen zwei verschiedene Konfigurationen in der 787-Flotte.
Die erste Airbus A350-1000 soll in wenigen Tagen eintreffen, weitere sollen folgen. Zudem hoffe Lufthansa, noch in diesem Jahr die letzten drei Business-Class-Sitze der 787 zertifiziert zu bekommen, sagte Spohr. Bislang verkauft sie in der 787-9 25 der 28 Sitze der Allegris-Business-Class.
Auch die Boeing 777X kommt später. Boeing hat nach Angaben Spohrs mitgeteilt, dass die Auslieferung nicht im ersten, sondern im zweiten Quartal 2027 erfolgen soll. Die Lufthansa plante den Sommerflugplan 2027 ohne die 777X und setzt auf den Strecken die kleinere Airbus A340-300 ein, von der mehr Flugzeuge im Dienst bleiben als vorgesehen. Die A340-300 sollen zur Jahreswende 2027/28 ausscheiden, im Sommer 2028 will die Lufthansa ohne sie auskommen.
Austrians "Dreamliner" gehen zunächst nach Frankfurt
Die Gruppe bringt die fünf für Austrian vorgesehenen Boeing 787 stattdessen nach Frankfurt. Dort sollen sie bei Lufthansa die Verzögerungen der 777X ausgleichen, sagte Spohr.
Austrian könne ihre Flotte stabil halten, weil die Boeing 777 länger im Dienst bleibe, sagte Spohr. Die Gruppe überlege, später weitere für Lufthansa geplante 787 Austrian zuzuteilen. Die 777 überbrückten dann bei Austrian, die 787 kämen später.
Das eigentlich geplante Wachstum in Wien könne der Konzern derzeit nicht zusagen. Als Gründe nannte Spohr die Verzögerungen bei der 777X und die unbefriedigende Situation bei den Standortkosten. Austrian-Vorstandsvorsitzende Annette Mann spreche diese regelmäßig öffentlich an. Spohr zeigte sich zuversichtlich, mit dem Flughafen Wien und der österreichischen Regierung zu Lösungen zu kommen. Dann solle das Wachstum bei Austrian fortgesetzt werden.
Wann Austrian die "Dreamliner" bekommt, sagte Spohr nicht.
Austrian hatte Ende Mai erklärt, intern mindestens zehn Kandidaten für neue Langstreckenziele zu prüfen und über eine 13. Langstreckenmaschine nachzudenken. Beides knüpft die Airline an sinkende Kosten am Standort Wien.
